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Investitionen in den Offenen Ganztag

Für die Grundschulen Mechernich und Lückerath sind zahlreiche Umbauten geplant, um die Betreuung zum Schuljahr 2026/27 sicherzustellen – Die ersten Maßnahmen starten bereits in den Herbstferien – Ein Pressespiegel

Mechernich – Als der Spatenstich für die neue Grundschule in Firmenich / Obergartzem vollzogen wird, betont Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick die herausragende Bedeutung von Bildung. „Es gibt nur eins was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung“, zitiert er dazu den ehemaligen amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy.

Dass die Stadt Mechernich es mit besten Lernbedingungen für ihre Schülerinnen und Schüler ernst meint, belegt nicht zuletzt die Investition von rund 22,5 Millionen in den Firmenicher Neubau. Im Schulausschuss wurde jetzt noch eine Schippe draufgelegt. Denn in den Grundschulen Mechernich und Lückerath sollen rund 3,4 Millionen Euro für den Ausbau der Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) investiert werden.

Die entsprechenden Pläne dazu präsentierte Janine Deinzer vom städtischen Gebäudemanagement. Demnach sollen die ersten Arbeiten in den Herbstferien starten. In der Grundschule Mechernich soll dann zunächst das Lehrerzimmer überarbeitet werden, in dem dann auch das OGS-Team ausreichend Platz finden wird. „Es entstehen zwei Räume mit jeweils 44 Sitzplätzen, die auch gemeinsam genutzt werden können“, wird Janine Deinzer in Kölnischer Rundschau und Kölner Stadt-Anzeiger zitiert: „Anschließend geht es dann ab Anfang des kommenden Jahres um die Schaffung eines Mehrzweckraums, der auch als Mensa genutzt werden wird.“

Barrierefreie Toiletten

Noch in diesem Monat soll in Mechernich bereits die Sanierung der Toiletten für die Lehrkräfte beginnen. „Start ist am 28. Juni. Geplant ist auch die Einrichtung einer barrierefreien Toilette“, berichtete Gebäudemanagerin Janine Deinzer im Schulausschuss. In der Vergangenheit waren der bauliche Zustand und die Anzahl der sanitären Anlagen mehrfach kritisiert worden, schreibt Redakteur Thorsten Wirtz.

Um in den Grundschulen die räumlichen Voraussetzungen für die Ganztagsbetreuung zu schaffen, werden in Mechernich rund 2,17 Millionen Euro in drei Bauabschnitte investiert, in Lückerath sind es 1,26 Millionen Euro. „Da sind mögliche Baukostensteigerungen allerdings noch nicht mit eingerechnet“, sagt Deinzer im Gespräch mit dem Redakteur Thorsten Wirtz: „Für Kommern existiert bislang nur ein Vorentwurf, da gibt es noch keine belastbaren Zahlen.“ Derweil wurden in Firmenich die Anforderungen für den OGS-Betrieb schon bei der Planung berücksichtigt.

Die hat das Andernacher Architekturbüro Rumpf erstellt, das jetzt auch mit der Planung der Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen für den OGS-Betrieb beauftragt wurde: „Firmenich wird quasi zur Modellschule, was die räumliche Gestaltung der Unterrichtsräume angeht“, betont Deinzer laut Zeitungsbericht. Für das pädagogische Konzept sind hingegen die Schulen selbst verantwortlich.

Baulich hat die altbekannte „Flurschule“ damit bald auch in den drei bestehenden Mechernicher Grundschulen ausgedient. „Es entstehen vielmehr offene Lernlandschaften, die multifunktional genutzt werden können“, wird Deinzer in den im Mechernicher Stadtgebiet erscheinenden Tageszeitung zitiert. Dafür werden dann etwa auch Wände von Klassenzimmern entfernt, um größere Einheiten zu schaffen.

Geringe Förderung des Landes

Nötig wird das unter anderem, weil ab dem Schuljahr 2026/27 in NRW ein Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung besteht. „Dieser Anspruch wird jedes weitere Jahr um eine Klassenstufe erweitert“, erläutert Janine Deinzer, die in der Mechernicher Stadtverwaltung im Gebäudemanagement tätig ist: „Ab dem Schuljahr 2029/30 hat dann jedes Grundschulkind Anspruch auf einen Betreuungsplatz im Offenen Ganztag.“

Und obwohl das Land den Rechtsanspruch beschlossen hat, bleiben die Kommunen mal wieder auf einem Großteil der Kosten sitzen. „Für alle drei Grundschulstandorte ist uns eine maximale Förderung in Höhe von 1,084 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden“, heißt es von Janine Deinzer in den entsprechenden Zeitungsberichten.  

Kämmerer Ralf Claßen bemängelt darin auch gleich „die geringe Förderquote des Landes, obwohl hier das Konnexitätsprinzip greifen müsste“, das Land also die Kosten für die Umbauarbeiten übernehmen sollte, wie er in der Ausschusssitzung betonte. Für ihn ist entscheidend, dass die Stadt nun daran arbeitet, beste räumliche Bedingungen zu schaffen. Derweil seien die Schulen gefragt, die Räume mit einem gut durchdachten Konzept zu beleben.

„Aktuell ist es oft so, dass Eltern von Kindern, die besonders dringend eine individuelle Förderung und Hausaufgabenbetreuung benötigen, eben keinen Gebrauch von dem OGS-Angebot machen“, stellt Ralf Claßen fest. „Diese Kinder müssen wir künftig verstärkt erreichen und darauf müssen die Konzepte der Schulen unbedingt abzielen“, sagt der Kämmerer, der damit auch deutlich macht, dass er das Angebot einer Ganztagsbetreuung für absolut wichtig erachtet.

Wie sich die Betreuungszahlen letztlich entwickeln werden, weiß, Stand heute, noch niemand. Die aktuelle Betreuungsquote liegt in den Mechernicher Grundschulen im Durchschnitt bei 50 Prozent. Die Stadtverwaltung betont gegenüber Redakteur Thorsten Wirtz: „Im Stadtgebiet kann momentan jeder OGS-Betreuungswunsch erfüllt werden.“ Und damit das so bleibt, wird eben jetzt schon in den Ausbau investiert.

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