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So. 14 Apr. 2024
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Bisher nur wenige Schmetterlinge gesichtet

Halbzeit bei der Schmetterlingszählung in NRW

Seit 2016 ruft der NABU NRW im Rahmen des Projekts „Mehr Platz für Falter – Jetzt wird’s bunt!“ zwischen dem 15. Juni und 15. Juli landesweit zur Schmetterlingszählung auf. Während im vergangenen Jahr bei ähnlich guten Beobachtungsbedingungen zur Halbzeit schon über 10.000 Schmetterlinge gemeldet wurden, kommt dieses Jahr immer wieder die Rückmeldung, dass die Bürger*innen nur wenige bis gar keine Falter entdecken können. Gerade mal 4000 Beobachtungen sind bisher eingegangen.

Nahrungsgrundlage fehlt

„Zwar ist es ganz normal, dass im Juni weniger Falter unterwegs sind“, so Karl-Heinz Jelinek, Schmetterlingsexperte beim NABU NRW. Durch die Dürre im vergangenen Sommer fehlte aber vermutlich vielen Raupen die Nahrungsgrundlage für eine Entwicklung bis zum ausgewachsenen Falter, die wiederum für die Nachkommen in diesem Frühsommer hätten sorgen können. Das zeige sich nun an den fehlenden Faltern. Es gebe aber noch Hoffnung, denn die Faltersaison sei noch lange nicht vorbei. Mit den jetzt erfolgten Regenfällen könnten sich noch stärkere Folgegenerationen bei manchen Arten entwickeln.

Warnung vor Biodiversitätsverlust

„Die nur in geringer Zahl fliegenden Tag- und Nachtfalter stehen beispielhaft für den Verlust und die anhaltende Bedrohung der Artenvielfalt nicht nur in NRW“, erklärte Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU NRW. „Diese Entwicklung beobachten wir schon seit langem und immer wieder neue Studien belegen diesen anhaltenden Trend des Biodiversitätsverlustes“. Ganz aktuell zeige dies eine gemeinsame Studie der Universität Osnabrück und des Landesamtes für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV). Die Forschungsergebnisse belegten, dass die Lebensbedingungen für Tagfalter insbesondere in den intensiv genutzten Agrar- und Siedlungslandschaften des nordrhein-westfälischen Tieflands unzureichend sind. Naderer: „Seit Jahren warnen Experten und Expertinnen vor dem Biodiversitätsverlust und trotzdem wird die Landnutzung immer weiter intensiviert. Selbst in Schutzgebieten ist der Einsatz von Pestiziden noch Gang und Gäbe, sodass auch diese essenziellen Rückzugsräume massiv beeinträchtigt sind. Wir brauchen hier klare Grenzen zum Einsatz von Pestiziden und besser integrierte Förderungen für biodiversitätsschaffende Maßnahmen.“

Jede Schmetterlingsmeldung hilft

Die Teilnahme bei der Zählaktion ist ganz einfach. Bei Sonnenschein einfach für einige Zeit einen Bereich mit nektarreichen Blüten im eigenen Garten, auf dem Balkon oder im Park beobachten und die gesehenen Schmetterlinge melden. „Jede Meldung, die beim NABU NRW eingeht, hilft dabei, Trends bei der Entwicklung von Schmetterlingen ableiten zu können“, so Carina Zacharias, Pressesprecherin des NABU-Stadtverbands Aachen. Dabei diene die Zählaktion jedoch nicht allein der Datenerhebung, sondern auch der Sensibilisierung: „Wer einmal ganz genau hingesehen hat, welche Schmetterlinge auf dem eigenen Balkon oder im Park entdeckt werden können, dem fallen sie – oder aber ihre Abwesenheit – in Zukunft vielleicht öfter auf. Außerdem lernt man die heimischen Arten besser kennen. Gerade für Kinder ist es eine spaßige Aktion und Umweltbildung zugleich. Und wenn danach die Lust aufkommt, ein paar schmetterlingsfreundliche Blumen anzupflanzen, um die schönen Falter öfter beobachten zu können – umso besser!“ Wer Faltern helfen möchte, kann das tun, indem heimischen Arten gepflanzt und ein paar „wilde Ecken“ im Garten belassen werden. Das bietet den Schmetterlingen kleine Oasen im Siedlungsraum.

Fotos hochladen

Bei der Online-Meldung können übrigens Fotos der beobachteten Arten hochgeladen und Infos dazu angegeben werden, wie sich der jeweilige Falter bei der Beobachtung verhielt. Daher neben Stift und Notizblock am besten auch eine Kamera mitnehmen, wenn man ganz genau sein möchte. Gemeldet werden können die gezählten Falter unter: https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/zeit-der-schmetterlinge/zaehlaktion/mitmachen/index.html

Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW. Drei Partnerinstitutionen – NABU-Stiftung Naturerbe NRW, NAJU NRW und Naturgarten e.V. – unterstützen das Projekt, ebenso wie das Portal Naturgucker.de.

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