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Mo. 17 Jun. 2024
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Heimsieg zum Saisonabschluss

Doppelpacker Töpken sichert 2:0-Erfolg im letzten Ligaspiel - Marquet-Comeback veredelt Abschlusssieg gegen Velbert

Für die vergangene Woche rehabilitiert und die Meister-Saison mit einem Sieg abgeschlossen: Die Alemannia gewann am Samstag durch zwei Tore von Thilo Töpken (3./58.) mit 2:0 (1:0) gegen die SSVg Velbert. Das Duell des 34. Spieltags sahen 27.900 Fans auf dem Tivoli.

Sascha Marquet kannte während dieses ganzen letzten Spieltages der Regionalliga-West-Saison 2023/24 nur ein einziges Gefühl: Gänsehaut. „Die werde ich heute nicht so schnell wieder los“, war er sich nach Abpfiff sicher. Für knapp 25 Minuten durfte der Stürmer, der die gesamte Spielzeit mit Achillessehnenproblemen ausgefallen war, ausgerechnet im finalen Ligaspiel ran und konnte durch den 2:0-Sieg gegen Velbert auch erstmals als Spieler mit seinem Teamkollegen auf dem Platz und nicht auf der Tribüne feiern. „Nach dieser auf gut Deutsch gesagt Scheiß-Zeit ist dieses Gefühl kaum zu beschreiben“, rang der 34-Jährige um Worte.

Ähnlich schwer beschreiben ließ sich wieder einmal die Atmosphäre, die die knapp 28.000 Zuschauer für den vorerst letzten Auftritt der Schwarz-Gelben in der 4. Liga kreierten: Eine sich über das halbe Stadion erstreckende Choreografie anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Ultra-Gruppe „Yellow Connection“ machte den Anfang, es folgte über die anschließenden 90 Minuten wieder einmal bundesligareifer Support. Und dieser schien die elf Alemannen – Keeper Marcel Johnen und Freddy Baum waren neu in der Startelf – auf dem Platz zu Beginn der Partie direkt einmal zu beflügeln: Nach bereits drei Minuten schickte Sasa Strujic auf der linken Seite Uli Bapoh auf die Reise. Dieser bediente Töpken mustergültig im Strafraum, sodass es für den Mittelstürmer keine große Sache mehr war, Velbert-Keeper Marcel Lenz zu überwinden – 1:0. Ein wichtiges, frühes Signal nach der empfindlichen 1:4-Niederlage in Düren. „Wir wollten zeigen, dass wir uns hier zu Hause nicht die Butter vom Brot nehmen lassen“, zahlte der später eingewechselte Bastian Müller drei Euro ins Phrasenschwein.

Doch auch der Gast aus dem Bergischen Land, der mit einem Sieg auf dem Tivoli noch minimale Resthoffnungen auf den Klassenerhalt wahren wollte, meldete sich im Spiel an. Schon vor dem Aachener Führungstreffer feuerte Yasin Kaya einen ersten Schuss auf das Johnen-Gehäuse ab (2.), später musste Baum im letzten Moment per Grätsche den nächsten Versuch des Velberter Offensivmannes entschärfen (8.). Den Ton auf dem Platz gaben aber die Hausherren an, die durch Nils Winter auf Bapoh-Vorlage (19.) und Bapoh selbst nach toller Einzelaktion (21.) höher hätten stellen können. Die Elf von Trainer Heiner Backhaus hatte sich die Kritik nach der Pleite in der Westkampfbahn zu Herzen genommen und präsentierte sich wieder mit ihrer gewohnten Galligkeit in den Zweikämpfen.

Velberts Kaya fliegt mit Rot

Die wenigen Gelegenheiten, die sich ihnen ergaben, spielten die von Andre Adomat trainierten Gäste dann zu nachlässig aus: Felix Herzenbruch bediente Manuel Schiebener im Strafraum, der zu zentral auf Johnen zielte (28.). Auf der anderen Seite ein Diagonalschlag von Lukas Scepanik auf 20-Tore-Mann Anton Heinz, in dessen Schuss sich aber Tristan Duschke entscheidend hineinwarf (39.). Es folgte eine hässliche Szene an der Grundlinie direkt vor der Werner-Fuchs-Tribüne: Kaya riss Strujic nach einem Zweikampf per Griff an den Hals zu Boden und ließ sich anschließend zu einem Wortgefecht mit den Auswechselspielern der Alemannia hinreißen. Das Ergebnis: Schiedsrichter Lars Aarts zog glatt Rot (45.). Zum Abschluss der ersten Halbzeit vergab Töpken das 2:0, nachdem er frei vor Lenz an selbigem scheiterte (45.+2).

Der zweite Durchgang zwischen elf Aachenern und zehn Velbertern gestaltete sich – zumindest sportlich – etwas höhepunktarmer. Heinz verpasste sein Tor Nummer 21, als er mit seinem Schuss nach einer kurzen Ecke die Latte streifte (55.). Den Status als Torschützenkönig dieser Saison kann ihm dennoch niemand mehr streitig machen – Glückwunsch! Der Treffer zum 2:0 war dann ein kleines Déjà-vu des ersten Tores: Diesmal war es Strujic, der den Ball auf der linken Seite bekam, kurz zögerte und dann Töpken völlig freistehend in der Mitte stark in Szene setzte. Letzterer musste wieder nur noch einschieben (58.). Es folgte der Moment, in dem sich das Stadion von den Sitzen erhob: Marquet wurde nach 67 Minuten für Bapoh eingewechselt und feierte sein Comeback nach über einjähriger Leidenszeit. Auf dem Platz wurde er dann immer wieder von den Kollegen in Szene gesetzt, ein eigenes Tor hätte diesen Tag wohl vergoldet. „Perfekt war es dennoch“, lachte der Stürmer.

Die letzte nennenswerte Aktion kurz vor Schluss war wieder auf Töpken zurückzuführen, der den freistehenden Heinz mit einer Sahneflanke bediente – Lenz hielt erneut stark gegen den Angreifer der Schwarz-Gelben (89.). Am Ende stand die Zwei auf der einen und die Null auf der anderen Seite, Velbert muss damit endgültig zurück in die Oberliga Niederrhein. Und kurz nachdem Alemannia-Kapitän Mika Hanraths und Müller nach der Partie gemeinsam die heiß ersehnte Meisterschale in die Höhe reckten, war Trainer Backhaus plötzlich verschwunden. Wo er abgeblieben war? „Ich bin zu unseren Fans auf die Tribüne gegangen. Weil am Ende machen wir das alles für sie. Was hier jede Woche für Emotionen im Spiel waren, das ist unbeschreiblich“, fand der Meistercoach die wohl treffendsten Schlussworte für dieses Fußballfest.

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