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Do. 18 Jul. 2024
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Erster Schritt zu einem friedlicheren Miteinander: Nutzen Sie den „Internationalen Tag der Mediation“ am 18. Juni

Jährlich am 18. Juni wird der „Internationale Tag der Mediation“ gefeiert, um
die Bedeutung und die Vorteile der Mediation ins Bewusstsein der
Öffentlichkeit zu rücken. Nutzen Sie diesen Tag, um sich über Mediation zu
informieren und vielleicht den ersten Schritt in Richtung einer friedlichen und
konstruktiven Konfliktlösung zu gehen. Nutzen Sie die Chance, mit einem
professionellen Mediator / einer professionellen Mediatorin verhärtete
Situationen aufzulösen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um etwas zu verändern.
Frieden statt Streit – Mediation macht es möglich!


Frieden statt Streit: Wie Mediation Streitigkeiten nachhaltig lösen kann


Streit in der Familie, im Berufsleben, mit den Nachbarn oder in der Schule? Mediation
kann helfen! Stellen wir uns vor: Eine Familie, bestehend aus einem Vater, einer Mutter und
ihrem 35-jährigen Sohn, der noch immer zu Hause wohnt. Der Vater wünscht sich, dass sein Sohn endlich auf eigenen Beinen steht und auszieht. Die Mutter hingegen möchte ihr Kind weiterhin beschützen und leistet Unterstützung, wo sie nur kann. Ein klassischer Fall, der das Familienleben schwer belastet und der sich immer weiter zuspitzt. Aber was, wenn es einen Weg gäbe, diesen Konflikt friedlich zu lösen?


Mediation: Der Schlüssel zu friedlichen Lösungen


Mediation ist ein freiwilliger und vertraulicher Prozess, bei dem ein neutraler Dritter – der
Mediator bzw. eine Mediatorin – den Konfliktparteien hilft, eine einvernehmliche und
tragfähige Lösung zu finden, die die Interessen aller Parteien berücksichtigt. Mediation ist
eine Methode, die auf Kommunikation und Verständnis statt auf Konfrontation setzt.


Die Magie der Mediation: So funktioniert sie

  1. Einleitung und Erklärung: Der Mediator / die Mediatorin erklärt zunächst die
    Regeln und den systematischen Ablauf der Mediation. Vertrauen ist hier das A und O.
  2. Darstellung der Sichtweisen: Jede Partei – wie im Beispiel Vater, Mutter und Sohn –
    bekommt die Chance, die eigene Perspektive darzulegen. Dieser Austausch fördert das
    Verständnis füreinander, klärt mögliche Missverständnisse auf und hilft, die
    Kernpunkte des Konflikts zu identifizieren.
  3. Ermittlung der Interessen: Hier geht es darum, die wahren Bedürfnisse und
    Interessen hinter den Positionen zu erkennen. Der Vater wünscht sich, dass sein Sohn
    Verantwortung übernimmt. Die Mutter hat Angst, dass ihr Sohn alleine nicht
    zurechtkommt. Der Sohn selbst steht unter dem Druck, den Erwartungen seiner Eltern
    gerecht zu werden.
  4. Entwicklung kreativer Lösungen: Gemeinsam werden verschiedene
    Lösungsmöglichkeiten erarbeitet, verhandelt und bewertet. Ziel ist es, eine nachhaltige
    Vereinbarung zu treffen, die für alle akzeptabel ist.
  5. Abschluss und Umsetzung: Die getroffene Vereinbarung wird schriftlich festgehalten
    und von allen Parteien unterzeichnet. Der Mediator / die Mediatorin begleitet auch bei
    der Umsetzung und überprüft, ob Anpassungen notwendig sind.
    Warum Mediation?
    Mediation ist nicht nur auf familiäre Konflikte beschränkt. Sie kann in vielen Bereichen
    angewendet werden, sei es bei Nachbarschaftsstreitigkeiten, im beruflichen Kontext oder zum Beispiel auch bei einem Schulkonflikt. Es handelt sich um eine relativ kostengünstige
    Alternative zu einer manchmal notwendigen gerichtlichen Auseinandersetzung und bietet die Möglichkeit, Konflikte in Chancen zu verwandeln und ein friedlicheres Miteinander zu
    schaffen.

    Die Vorteile der Mediation
     Freiwilligkeit und Vertraulichkeit: Niemand wird zu etwas gezwungen, und alles
    Gesagte bleibt im Raum der Mediation.
     Neutralität des Mediators: Der Mediator ist allparteilich und hilft dabei, eine Lösung
    zu finden, die für alle akzeptabel ist.
     Förderung des gegenseitigen Verständnisses: Durch den Austausch von Sichtweisen
    wird das Verständnis füreinander gefördert.
     Nachhaltige Lösungen: Die erarbeiteten Lösungen sind langfristig tragfähig, weil sie
    von allen Beteiligten akzeptiert werden.
     Kostenersparnis: Mediation ist in der Regel günstiger als ein Gerichtsverfahren.

    Mediation in Aktion: Ein Beispiel

    Nehmen wir unsere Beispiel-Familie: Der Mediator schafft einen Raum, in dem Vater, Mutter
    und Sohn offen über ihre Sorgen und Wünsche sprechen können. Durch das Aufdecken der
    zugrunde liegenden Interessen – der Vater will Verantwortung, die Mutter Sicherheit und der Sohn Akzeptanz – können alle gemeinsam eine Lösung finden. Vielleicht einigt sich die
    Familie darauf, dass der Sohn eine Ausbildung beginnt und Schritt für Schritt unabhängiger
    wird, während er weiterhin zu Hause wohnt, dabei aber klare Ziele und Aufgaben hat.

    Interesse geweckt?

    Für alle, die mehr über Mediation erfahren möchten, bietet die Regionalgruppe Aachen und
    Euregio im Bundesverband Mediation e.V. eine hervorragende Anlaufstelle. Schreiben Sie
    uns eine E-Mail an: rg-aachen-euregio@bmev.de oder nehmen Sie direkt Kontakt mit einer
    Kollegin oder einem Kollegen aus unserer Regionalgruppe Aachen und Euregio auf.
    Informationen finden Sie unter: https://rg-aachen-euregio.bmev.de/ oder auch unter
    www.bmev.de.

    Heike Sievert, Volker Haupt und Daniela Gerstacker sind zertifizierte Mediator*innen und der Vorstand der Regionalgruppe Aachen/Euregio des Bundesverband Mediation:

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