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So. 26 Mai. 2024
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Die Aufgabe ernst nehmen

Alemannia vor schwierigem Match gegen Wiedenbrück

In Spiel eins nach der großen Aufstiegsparty ist die Alemannia beim Rückrunden-Zweiten gefordert: Am Samstag wartet im Jahnstadion ab 14 Uhr der SC Wiedenbrück auf die Schwarz-Gelben.

Wie er das vergangene Wochenende noch genau verbracht hat, das vermag Heiner Backhaus nicht mehr so recht zu sagen: „Wenn ich feiere, dann richtig“, grinst der Trainer der Alemannia. Sofort kehrt aber die Ernsthaftigkeit in sein Gesicht zurück und er fügt an: „Die Party war schön, ist aber abgehakt. Es geht jetzt demütig Tag für Tag weiter.“ Da ist es wieder, das Wörtchen, das der Erfolgscoach am Tivoli seit Monaten – offensichtlich zu Recht – gepredigt hatte und das jetzt nicht aus den Köpfen seiner Spieler verschwinden soll. „Wir sind ab sofort der gejagte Meister und wir haben ein verdammt schweres Auswärtsspiel vor der Brust. Wir haben keine Zeit für Späßchen“, stellt Backhaus klar, bevor es die etwa 230 Kilometer zum SC Wiedenbrück geht.

Diese etwas längere Reise tritt die Tivoli-Truppe nun mit der nicht unwesentlichen Voraussetzung an, dass sie seit letzter Woche „nicht mehr unter Zugzwang“ steht, wie der Trainer es formuliert, sondern mit einer gewissen Unaufgeregtheit an die letzten Meisterschaftsspiele gehen kann. Dennoch will die Alemannia die Partie selbstredend gewinnen, will im Vergleich der beiden besten Teams der Rückrunde am längeren Hebel sitzen. „Die Mannschaft, auf die wir da treffen, hat nichts mehr mit dem Gegner aus der Hinrunde zu tun“, rekapituliert Co-Trainer Ilyas Trenz die Entwicklung der Ostwestfalen. Die kann sich nämlich sehen lassen: Nachdem das Team von Ex-Alemanne Daniel Brinkmann die Hinserie lediglich auf Platz 14 abschloss, katapultierte es sich dank überragender zweiter Saisonhälfte mit 30 Punkten aus 14 Spielen auf den sechsten Tabellenplatz. Besonders einschlagen konnte dabei Winterzugang Mats Pannewig, der vom VfL Bochum kam und sieben Scorerpunkte in neun Spielen sammelte. Mit seiner Mithilfe schlug der SCW daheim unter anderem die Spitzenteams Fortuna Köln (3:1) und Wuppertaler SV (3:0) deutlich.

Grund genug für die Alemannia, sich unabhängig des bereits Erreichten auch in Wiedenbrück „um jeden Grashalm zu prügeln“ – so verlangt es der Trainer. „Wir sind es unseren unglaublichen Fans schuldig, in jedem Spiel unser Herz auf dem Platz zu lassen. Dieses Versprechen machen die Spieler, wenn sie den Vertrag am Tivoli unterschreiben“, bekräftigt Backhaus, der gemeinsam mit Brinkmann den Pro-Lizenz-Lehrgang absolviert. Dass das Versprechen mehr als eingelöst wurde, das beweist auch ein Blick auf die Personalakte vor der Partie im Jahnstadion: Da wären zum Beispiel Bastian Müller oder Kilian Pagliuca, die am Ende einer kräftezehrenden Saison auf der letzten Rille gehen. „Bei Basti, der es mit dem Meniskus zu tun hat, mussten wir immer wieder mit Schmerzmitteln arbeiten“, berichtet Backhaus, der nun mit Blick auf das Pokalfinale sicherlich den ein oder anderen schonen wird. Aufgedrängt für die Startelf am Wochenende hat sich hingegen beispielsweise Uli Bapoh, der gegen Bocholt ein starkes Spiel gemacht hat. „Wir hoffen, ihn für 90 Minuten belasten zu können“, sagt sein Coach.

Ein belastendes Erlebnis ist unterdessen auch die Anreise nach Rheda-Wiedenbrück, ist es doch eine der kilometerreichsten Touren auf der Regionalliga-West-Landkarte. Dennoch werden im 3000 Zuschauer fassenden Stadion in der Rietberger Straße rund 1000 Alemannia-Fans erwartet, die sich streckentechnisch schon einmal auf die 3. Liga einstellen. Für alle Daheimgebliebenen gibt es wie immer den Alemannia-Liveticker, den Audiostream von 100,5 – DAS HITRADIO oder den SPORTTOTAL-Livestream. Mit Blick auf die Bilanz liegt die Alemannia nach 19 Duellen mit zwölf Siegen und vier Unentschieden klar vorne. Nur dreimal verlor man gegen Wiedenbrück.

Schiedsrichter der Partie des 32. Spieltags ist Kristijan Rajkovski aus Remscheid. Ihn unterstützen Fasihullah Habibi und Michael Menden.

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