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Landschaftserlebnis im Westzipfel

Nur 40 Kilometer von Aachen entfernt

Von Nina Krüsmann

Schöne Fleckchen Erde kann man mit dem Zipfelpass entdecken, der die vier äußersten Ecken von Deutschland mit dem sogenannten Zipfelbund verbindet. Von den malerischen Stränden im Norden bis zu den traumhaften Berglandschaften im Süden, von den architektonischen Kulturschätzen im Osten bis zur ländlichen Idylle im Westen. Nur rund 40 Kilometer von Aachen entfernt liegt die Gemeinde Selfkant im Kreis Heinsberg. Der Selfkant ist mit seiner Lage und Form ein Unikat in Deutschland. 27 Kilometer Gemeindegrenze zu den Niederlanden und nur sechs Kilometer Gemeindegrenze zu deutscher Seite bilden geschichtsträchtige Linien, die verbunden mit den Gemeinden Gangelt und Waldfeucht in ihrer Silhouette eine liegende Katze ergeben.

Die Westspitze zwischen den Flüssen Rhein, Rur und Maas ist eine grüne Oase der Entspannung. Das Besondere am Erlebnisraum Westzipfel ist, dass der wirklich westlichste Punkt mitten in dem Flüsschen Rodebach liegt. Ein rund 200 Meter langer Steg führt Besucher dorthin, wo der tatsächlich westlichste Punkt der Bundesrepublik markiert ist. Man sitzt in den Niederlanden und hat die Füße in Deutschland. Im Gelände erfährst man Interessantes zur wechselhaften „Zipfelgeschichte“. Zum Beispiel war der Westzipfel auch einmal abgeschnitten. Sitzstufen am Bach sowie Bänke und Hocker auf der Wiese laden zum Verweilen ein. Das reizvolle Landschaftserlebnis mit internationalem Charme ist geprägt von plätschernden Bachtälern, malerischen Bruch- und Auenwäldern mit unzähligen Rad- und Wanderwegen. Bei einer Dreiländer-Fahrradtour kann man entspannt auf zwei Rädern die spannende, grenzüberschreitende Geschichte des Selfkants erkunden. Bei einer im Knotenpunktsystem geführten Radtour gelangt man auf einer Strecke von nur acht Kilometern von Deutschland über die Niederlande (mit der schmalsten Stelle des Landes) mal eben in das belgische Städtchen Maaseik (Provinz Limburg in der Region Flandern). Binnen kürzester Zeit kann man so drei Länder auf idyllischen Wegen abradeln und etwas Einmaliges erleben.


Kurz vor der Grenze auf deutscher Seite kann man im historischen Dorfensemble Millen mit der Propstei, der Zehntscheune und der mehr als 1000 Jahre alten Kirche man mal eben in die Vergangenheit eintauchen. Der mit 15 Informationstafeln ausgestattete Ortsrundgang erzählt von historischen Geschehnissen, Kuriositäten und Legenden. Und: Genuss wird in der gesamten Region großgeschrieben, nicht nur aber besonders zur Spargelzeit.

Weitere Zipfel sind List auf Sylt (Norden), Görlitz in der Oberlausitz im Dreiländereck zwischen Tschechien und Polen (Osten) und Oberstdorf im Allgäu (Süden). Wer mit dem „Zipfelpass“ innerhalb von vier Jahren alle Zipfel-Orte besucht, überall mindestens eine Übernachtung nachweisen kann und sich einen Stempel in den vier Tourist-Infos abholt, darf sich über eine „Zipfelüberraschung“ freuen!

Infos unter www.zipfelbund.de.

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