StädteRegion Aachen. Für die Roda-Schule in Herzogenrath wird ein vorübergehender Nebenstandort am Berufskolleg Nord in Alsdorf errichtet. Das hat der Städteregionstag jetzt beschlossen. Dabei handelt es sich um eine Übergangslösung. Denn die Schule soll einen zweiten Standort in Würselen an der Friedrichstraße in den Räumlichkeiten des dortigen Weiterbildungskollegs (WBK) bekommen. Bis zur Inbetriebnahme im Jahr 2028 ist die Übergangslösung im städteregionalen Berufskolleg Nord am Standort Alsdorf erforderlich, denn weiteren Platz am Standort der Roda-Schule gibt es nicht mehr.
Die Roda-Schule in Trägerschaft der StädteRegion ist als Förderschule mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ seit Jahren mit stark ansteigenden Schülerzahlen konfrontiert. Die Räumlichkeiten dort sind begrenzt und extrem ausgelastet. Im Schuljahr 2016/2017 wurden noch 175 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Im aktuellen Schuljahr 2025/2026 sind es 261, also fast 50 Prozent mehr. Die Zahl wird zum nächsten Schuljahr erneut ansteigen. Gleichzeitig gibt es überschaubare Studierendenzahlen am Weiterbildungskolleg in Würselen sowie vorhandene Raumkapazitäten am Berufskolleg Nord in Alsdorf, die für die Übergangslösung als auch den geplanten Nebenstandort sprechen. „Mein Dank gilt allen drei Schulleitungen“ so der Bildungsdezernent der StädteRegion Aachen, Markus Terodde. „Trotz der vielen Einschränkungen wird hier klaglos der Weg mitgegangen. Andere Regionen mussten bereits Kinder aus Platzmangel zurückweisen. Da fällt mir ein wirklich großer Stein vom Herzen“, so Terodde weiter.
Im Berufskolleg Nord am Standort Alsdorf steht der Roda-Schule übergangsweise ein ganzer Trakt zur Verfügung. Es handelt sich um drei Klassenräume, einen Raum als Lagermöglichkeit sowie einen Raum für die Essensausgabe. Hinzu kommen zwei Toilettenanlagen, die aktuell saniert werden. „Insgesamt wechseln circa 40 Schülerinnen und Schüler unserer Oberstufe (Jahrgangsstufen 8 bis 10) von Herzogenrath nach Alsdorf. Diesen Kindern und Jugendlichen trauen wir aus pädagogischer Sicht zu, dass sie mit der veränderten Umgebung gut zurechtkommen“, erklärt Stefan Peters, Schulleiter der Roda-Schule. „Die stetig steigenden Schülerzahlen zeigen, dass unser Bildungsangebot gefragt ist wie nie zuvor. Mit der Übergangslösung in Alsdorf erhalten wir eine Möglichkeit, welche die Förderung unserer Schülerinnen und Schüler sicherstellt und die gleichzeitig das Potenzial besitzt, neue Kooperationsmöglichkeiten hervorzubringen. Mit Blick auf die spätere endgültige Lösung und den Nebenstandort in Würselen haben wir zudem eine Zielperspektive geschaffen, welche langfristig eine hochwertige Förderung von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung im Nordkreis der StädteRegion gewährleistet“, so Peters weiter. Das Einzugsgebiet der Roda-Schule umfasst die Städte Herzogenrath, Würselen, Alsdorf und Baesweiler.
„Die Übergangslösung bedeutet für uns gelebte Inklusion. Denn so bekommen wir auch die Gelegenheit, gemeinsame Projekte zwischen Schülerinnen und Schülern unseres Berufskollegs und der Roda-Schule durchzuführen“, freut sich Thomas Stephan, Leiter des Berufskollegs Nord am Standort Alsdorf. „Wir sind als Verwaltung wirklich froh, diese Lösung mit allen Beteiligten gefunden zu haben“, so Markus Terodde. Er ist regelmäßig an den städteregionalen Schulen zu Gast, um sich selbst ein Bild vom Lernalltag der Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung und von dem Personal- und Raummangel zu machen. Trotz steigender Zahlen soll jedem interessierten Schüler und jeder interessierten Schülerin ein Schulplatzangebot gemacht werden können, auch wenn es in der Übergangszeit eng wird. Die Verwaltung muss jetzt noch die Genehmigung der oberen Schulaufsichtsbehörde für die Übergangslösung einholen.

