Es war eine dieser magischen Nächte vor einem ausverkauften Tivoli. Nach dem Spiel wollte sich die Werner-Fuchs-Tribüne auch gar nicht mehr leeren – die Fans wollten noch lange ihre Alemannia feiern. Mika Schroers (32.) und Mehdi Loune (36.) brachten die Schwarz-Gelben in der ersten Halbzeit auf die Siegerstraße. Petros Bagkalianis machte es mit einem Eigentor zwar nochmal spannend (79.), aber wenige Minuten später sorgte Joshua Bitter – ebenfalls mit einem Eigentor – für die Aachener Erlösung (86.).
Im Vergleich zum Auswärtssieg gegen Jahn Regensburg nahm Trainer Mersad Selimbegović zwei Änderungen in seiner Startelf vor. In der Innenverteidigung ersetzte Lamar Yarbrough den gelbgesperrten Marius Wegmann, zudem rückte Gianluca Gaudino für Niklas Castelle in die Anfangsformation.
Vor ausverkauftem Tivoli erwischte die Alemannia den besseren Start in die Partie. Die Hausherren kontrollierten das Spielgeschehen mit viel Ballbesitz und kombinierten sich immer wieder in Richtung Strafraum der Meidericher. Gleichzeitig präsentierte sich die Defensive stabil und gut organisiert, sodass Duisburg zunächst kaum gefährlich vor das Tor von Fotios Pseftis kam. Mit zunehmender Spielzeit wurde die Begegnung intensiver und emotionaler – sowohl auf dem Rasen als auch auf den Rängen, wo die Fans beider Lager für eine hitzige Atmosphäre sorgten.
Doppelschlag bringt die Alemannia auf Kurs
Nach einer Phase, in der sich das Spielgeschehen überwiegend im Mittelfeld abspielte und beide Defensivreihen wenig zuließen, fiel die Führung der Alemannia – und der Tivoli bebte zum ersten Mal. Lars Gindorf eroberte im Zentrum den Ball und spielte weiter auf Gianluca Gaudino, der anschließend einen präzisen Pass in den Lauf von Pierre Nadjombe folgen ließ. Nach einer missglückten Klärungsaktion von Tobias Fleckstein landete der Ball bei Schroers, der aus über 16 Metern sehenswert zum 1:0 traf (32.). Damit haben er und Gindorf den Rekord für die meisten Tore eines Duos in der 3. Liga eingestellt. 41 Treffer haben beide in dieser Spielzeit erzielt.
Nur wenige Minuten später legte die Alemannia nach: Schroers setzte sich im Strafraum stark durch, zog an die Sechzehnerkante und legte quer auf Mehdi Loune, der flach zum 2:0 einschob (36.).
Kurz vor der Pause musste die Alemannia aber noch einmal zittern: Nach einem Fehler im Aufbauspiel landete der Ball im Tor von Fotios Pseftis, doch Schiedsrichter Lukas Benen entschied zuvor auf Freistoß für die Hausherren. So ging es mit einer verdienten 2:0-Führung in die Halbzeitpause.
Duisburg kommt mit Druck aus der Pause
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich Duisburg deutlich aktiver und kam mit mehr Druck aus der Pause. Bereits kurz nach Wiederanpfiff hatte Patrick Sussek die Chance auf den Anschlusstreffer, verzog jedoch deutlich (46.). In der Folge entwickelte sich eine Phase, in der die Gäste mehr Spielanteile hatten und die Alemannia defensiv gefordert war. Besonders Lamar Yarbrough rückte dabei in den Fokus. Nach einem unglücklichen Rückpass kam Florian Krüger gefährlich in den Strafraum, doch Yarbrough blockte das Zuspiel und klärte im Anschluss stark per Grätsche (53.).
Auch in den folgenden Minuten blieb Duisburg bemüht, zum Anschluss zu kommen. Can Coskun versuchte es aus der Distanz (58.), wenig später kam Sussek im Strafraum zum Abschluss, scheiterte jedoch an Pseftis (63.). Auch bei einem Kopfball von Thilo Töpken nach einer Flanke von Jan-Simon Symalla war der Aachener Schlussmann zur Stelle (65.).
Offensiv gelang es der Alemannia in dieser Phase nur selten, für Entlastung zu sorgen. Dennoch bot sich die große Chance zur Vorentscheidung, als Faton Ademi in den Strafraum eindrang, aus spitzem Winkel jedoch an Duisburgs Keeper Maximilian Braune scheiterte (78.).
Lars Gindorf sorgt für die Entscheidung
Die Schlussphase hatte es dann noch einmal in sich. Nach einer Ecke der Gäste entstand Gefahr im Aachener Strafraum und Bagkalianis traf unglücklich mit dem Kopf ins eigene Tor (79.). Duisburg witterte nun seine Chance und erhöhte den Druck weiter. Beinahe wären die Gäste auch zum Ausgleich gekommen, doch sie scheiterten an Pseftis, der mit einer spektakulären Doppelparade die Duisburger Stürmer zur Verzweiflung brachte. Erst kratzte er Töpkens Kopfball von der Linie und nur Sekunden später parierte er auch noch Susseks Nachschuss (83.).
Doch die Alemannia zeigte nach dem Beinahe-Ausgleich die richtige Reaktion. Nach einem Fehler von Fleckstein am eigenen Strafraum schaltete Lars Gindorf schnell, drang in den Sechzehner ein und spielte den Ball flach in die Mitte. Duisburgs Bitter versuchte zu klären, beförderte den Ball jedoch unglücklich durch die Beine seines eigenen Torhüters ins Netz. (87.).
In der Nachspielzeit boten sich der Alemannia noch weitere Möglichkeiten, das Ergebnis auszubauen. Nach einem Freistoß von Castelle verpasste Omar Sillah nur knapp (90.) und auch Gindorf kam noch einmal frei zum Abschluss, zielte jedoch direkt auf Braune.
Am Ende blieb es beim verdienten 3:1-Heimsieg für die Alemannia, die insbesondere in der ersten Halbzeit überzeugte und sich für eine engagierte Leistung mit drei wichtigen Punkten belohnte.
Es war ein Abend der viele Geschichten schrieb: Ein Heimsieg, ein eingestellter Rekord und die Rückkehr von Mika Hanraths. Der Kapitän stand nämlich zum ersten Mal seit seiner Verletzung wieder im Spieltagskader. Zwar kam er noch nicht zum Einsatz, doch er machte auch so einen großen Schritt Richtung Comeback.

