Am Ende der Englischen Woche ringt Alemannia Aachen in einem leidenschaftlich geführten Spiel den Aufstiegsaspiranten Hansa Rostock mit 2:0 nieder. Beide Tore fielen vor dem Seitenwechsel. Während Louis Köster einen Konter zur Führung veredelte (8.), sorgte Lukas Scepanik mit einem Freistoß aus über 25 Metern für den zweiten Aachener Treffer (26.) – und damit für den Endstand. Jonas Dirkner sah kur vor Abpfiff der Partie noch die Rote Karte nach einem Foul an Kacper Koscierski (90.+5).
Bereits vor Anpfiff verwandelte sich der Tivoli in einen Hexenkessel. Sowohl die Werner-Fuchs-Tribüne als auch der Gästeblock legten stimmgewaltig los und brüllten ihre Mannschaften nach vorne. Die Alemannia, bei der die zuletzt angeschlagenen Danilo Wiebe und Mika Schroers in der Startelf standen, sog diese Atmosphäre auf und erwischte den besseren Start. Ein erster Distanzschuss von Joel da Silvs Kiala flog zwar noch über das Tor (5.), nicht aber der nächste Abschluss der Alemannia. Nach einem Umschaltmoment bediente Schroers Köster mit einem Steilpass. Im Sechzehner angekommen, tunnelte Köster Luca Unbehaun im Tor der Rostocker und erzielte die Aachener Führung (8.). Damit hatte die Alemannia das nötige Glück im Abschluss, was in den letzten beiden Spielen fehlte.
Aber auch Hansa Rostock meldete sich in Folge an. Die Spieler der Kogge sorgten vor allem über ihre Flügel für Gefahr. So kamen sie auch zu ihrer größten Chance des ersten Durchgangs. Nach einer Flanke von Leon Dajaku kam Stürmer Emil Holten kur vor dem Tor noch mit dem Fuß an den Ball. Manuel Riemann stand aber genau richtig und packte sicher zu (20.). Die meisten Angriffe über die Flügel zerschellten aber an Petros Bagkalianis, der sich mit dem Rostocker David Kopacz ein Privatduell lieferte – an dessen Ende er Sieger blieb.
Lukas Scepanik trifft weiter und weiter
Die Alemannia bestach vor allem über ihre starke Zweikampfführung. Immer wieder schmissen sich die Schützlinge von Mersad Selimbegovic in die Zweikämpfe hinein und verhinderten damit Rostocker Durchbrüche. Aber auch in der Hälfte der Hanseaten gingen die Kaiserstädter resolut in die Duelle mit ihren Gegenspielern. Nach einem Foulspiel an Mehdi Loune gab es Freistoß aus 25 bis 30 Metern. Während sich alle auf eine Hereingabe einstellten, hatte Scepanik andere Pläne. Der treffsicherste Alemanne der diesjährigen Drittligasaison schoss direkt aufs Tor und überraschte Unbehaun, der den Einschlag nicht mehr verhindern konnte (26.).
Die Alemannia zog das bis dato ausgeglichene Spiel nach dem zweiten Treffer mehr auf ihre Seite und hätte vor der Pause das Ergebnis weiter in die Höhe schrauben können. Georg Ermolaev setzte sich auf Außen gegen gleich zwei Gegenspieler durch und zog ins Zentrum, sein Schuss wurde noch abgefälscht und damit beinahe zur Vorlage für Schroers, der am zweiten Pfosten knapp verpasste (31.). Wenige Minuten später waren es wieder Schroers und Ermolaev. Schroers schickte Ermolaev links in den Sechzehner, aus spitzem Winkel traf er aber nur das Außennetz (36.).
Hansa macht Druck nach der Pause
Der defensiv stark aufspielende Dylan Leonard hätte nach Wiederanpfiff für eine ruhige zweite Halbzeit sorgen können. Nach einer Hereingabe von Mehdi Loune kam er frei vor dem Tor zum Abschluss, legte den Ball aber knapp links am Tor vorbei (46.). Stattdessen kam in der Folge Hansa Rostock immer besser in die Begegnung und drückte auf den Anschlusstreffer. Vor allem der zur Pause eingewechselte Maximilian Krauß sorgte für Gefahr. Vor allem in den ersten 15 Minuten drückte Hansa Rostock mit aller Macht auf das 1:2. Zunächst scheiterte der im Sechzehner freistehende Niklas Kölle an Riemann (51.). Kurz darauf forderte Hansa nach einem vermeintlichen Handspiel von Köster Rot und Elfmeter, Schiedsrichter Eric Weisbach ließ allerdings weiterlaufen (52.). Nur wenig später jagte Kopacz aus rund zehn Metern Entfernung den Ball über die Latte (54.).
Der Schuss von Kopacz markierte allerdings das Ende der Rostocker Druckphase. Die Alemannia gewann immer mehr den Zugriff zurück, kam zu mehr Entlastungsangriffen und somit auch wieder zu eigenen Chancen. Nach einem Freistoß köpfte Bagkalianis aus spitzem Winkel aufs Tor, scheiterte aber an der Parade von Unbehaun (64.). Auch der im Laufe der zweiten Halbzeit eingewechselte Daniel Starodid konnte den Rostocker Keeper mit seinem Schlenzer von der Strafraumgrenze aus kein weiteres Mal überwinden (82.). Zwar nutzte die Alemannia die sich bietenden Räume nicht mehr für ein drittes Tor, hielt die Gäste von der Ostseeküste aber auch vom eigenen Tor fern. Die einzig nennenswerte Aktion der Schlussphase war ein Foulspiel von Dirkner an Koscierski. Der Rostocker traf die Leihgabe des VfL Bochum mit seinem Ellbogen im Gesicht und sah daraufhin die Rote Karte (90.+5). Nur wenige Momente später pfiff Schiedsrichter Weisbach ab und die Alemannia feierte nach kämpferischen 90 Minuten den dritte Heimsieg der laufenden Saison.

