StartAachenWürselen wappnet sich gegen die Hitze

Würselen wappnet sich gegen die Hitze

Stadt setzt auf Vorsorge, Grün und Schatten

Mit Hitzeaktionsplan, mehr Trinkwasser, Schatten und Grün bereitet sich die Stadt Würselen auf zunehmende Hitzeperioden vor. Neben konkreten Maßnahmen im öffentlichen Raum setzt Würselen dabei auf langfristige Klimaanpassung – für mehr

Schutz, Lebensqualität und ein widerstandsfähiges Stadtklima.

Heiße Sommertage und längere Hitzeperioden gehören auch in Würselen zunehmend zum Alltag. Die steigenden Temperaturen belasten nicht nur ältere Menschen, Kinder und weitere besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen, sondern wirken sich auch auf das Stadtklima, die Natur und die Infrastruktur aus. Die Stadt Würselen setzt deshalb auf eine Kombination aus kurzfristigem Hitzeschutz und langfristiger Klimaanpassung.

„Die zunehmende Hitze ist eine Herausforderung, auf die wir uns als Stadt einstellen müssen. Dabei geht es sowohl um den Schutz der Gesundheit als auch darum, unsere Stadt langfristig widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen“, erklärt die Klimaanpassungsmanagerin Antonia Seidel.

Hitzeaktionsplan soll Schutz systematisch verbessern

Ein zentraler Baustein ist der derzeit in Erarbeitung befindliche Hitzeaktionsplan der Stadt Würselen. Ziel ist es, die Bevölkerung bei zunehmender Hitzebelastung besser zu schützen und Vorsorgemaßnahmen innerhalb der Stadt systematisch zu bündeln.

Im Frühjahr waren die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, ihre Erfahrungen und Hinweise zu besonders hitzebelasteten Orten, fehlenden Schattenmöglichkeiten und weiteren Verbesserungsbedarfen einzubringen. Die Rückmeldungen aus der Bürgerumfrage fließen in die weitere Ausarbeitung des Hitzeaktionsplans ein.

Der fertige Hitzeaktionsplan soll voraussichtlich im Herbst 2026 dem Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden.

Mehr Schatten und Trinkwasser im Stadtgebiet

Bereits heute setzt die Stadt konkrete Maßnahmen zum Schutz vor sommerlicher Hitze um. Dazu gehören der Ausbau von Trinkwasserangeboten und die Schaffung von Schattenbereichen im öffentlichen Raum. Im Stadtgebiet wurden Refill-Stationen eingerichtet, die man auf der Karte von Morgen einsehen kann. Außerdem gibt es bereits einen Trinkwasserbrunnen im Stadtgarten. Weitere Brunnen werden in Broichweiden und Bardenberg im Laufe des Jahres umgesetzt. Weitere Anschaffungen sind in Planung.

Zudem sollen mobile Bäume das lokale Stadtklima verbessern und Schatten spenden.

Für einen konkreten Schutz unserer Jüngsten wurden diverse Sonnensegel gefördert, die sukzessive an Jugendtreff Nautilus, Gesamtschule, Kita Heidegarten, Spielplätzen Kapellenfeldchen und Von-Plettenberg-Straße sowie Morlaixplatz angebracht werden sollen.

Damit werden Möglichkeiten geschaffen, sich bei hohen Temperaturen mit Trinkwasser zu versorgen und der Hitze besser auszuweichen.

Mehr Grün statt versiegelter Flächen

Auch bei der Stadtentwicklung setzt Würselen auf mehr Grün. Seit dem 14. März 2026 gilt die neue Freiflächengestaltungssatzung. Sie sieht bei Neu- und Umbauten verbindliche Vorgaben für eine stärkere Begrünung privater Grundstücke vor. Dazu gehören unter anderem begrünte Vorgärten sowie Dach- und Fassadenbegrünungen.

Begrünte Flächen können das Stadtklima verbessern, Regenwasser aufnehmen und die Umgebungstemperatur senken. Gleichzeitig tragen sie zur Biodiversität und zur Aufenthaltsqualität bei.

Zum Schutz des Baumbestandes und zur Optimierung des Gießwassermanagements wurde außerdem kürzlich ein Baumfeuchtesensorik-Projekt gestartet. Damit soll der konkrete Wasserbedarf von Bäumen ermittelt werden, um sie langfristig optimal zu versorgen.

„Klimaanpassung beginnt nicht erst bei einer Hitzewarnung. Wir müssen unsere Stadt so gestalten, dass sie auch bei häufiger auftretenden Hitzeperioden lebenswert bleibt“, betont Antonia Seidel.

Auch Tiere und Umwelt brauchen Schutz

Bei Hitze ist außerdem besondere Rücksicht gefragt: Haustiere benötigen ausreichend Wasser und kühle Rückzugsmöglichkeiten. Angesichts der Trockenheit ist auf vermeidbare Brandgefahren, etwa durch offene Flammen oder Kerzen, zu achten – zuletzt wurde ein durch den Wind umgefallenes Grablicht auf dem Friedhof zu einer Brandgefahr.

Weitere Informationen

Diese und weitere Informationen zum Thema Klimaanpassung in Würselen sowie zum Hitzeaktionsplan sind auf der Internetseite der Stadt Würselen unter wuerselen.de/hitzeschutz zu finden.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Weitere Beiträge