Große Freude bei der Tischfußballabteilung des TSV Alemannia Aachen 1900 e.V.: Mit dem Projekt „Inklusion am Kickertisch – gemeinsam spielen, gemeinsam teilhaben“ hat die inklusive Tischkicker-Liga beim regionalen Wettbewerb „Sterne des Sports“ den ersten Platz erreicht. Damit verbunden ist ein Preisgeld von 1.500 Euro. Gleichzeitig geht das inklusive Projekt nun auf Landesebene weiter.
Die „Sterne des Sports“ werden von den Volksbanken Raiffeisenbanken gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ausgerichtet. In der Region wurde der Wettbewerb durch die Aachener Bank begleitet, die inzwischen gemeinsam mit der Volksbank Heinsberg unter dem Namen Volksbank im Westen eG firmiert. Die Auszeichnung wurde am 25. September im DEPOT im Rahmen der Ehrungen für die Sportjugend übergeben.
Ausgezeichnet wurde ein Projekt, das seit 2022 Menschen zusammenbringt, die sich im Sportalltag nicht selbstverständlich begegnen. Die inklusive Tischkicker-Liga richtet sich an Menschen mit Behinderung oder Einschränkung, Jugendliche ab zehn Jahren, Erwachsene und ältere Menschen. Eine Vereinsmitgliedschaft ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenlos.
Gespielt wird im Sitzen an absenkbaren Tischkickern. Dadurch können auch Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer gleichberechtigt teilnehmen. Für zusätzliche Vielfalt sorgt eine besondere Teamregel: In jedem Zweier-Team muss mindestens eine Person zwischen zehn und 17 Jahren alt sein, über 60 Jahre alt sein oder mit einer Behinderung beziehungsweise Einschränkung leben.
So entstehen Begegnungen, die weit über den eigentlichen Sport hinausgehen. Jugendliche spielen gemeinsam mit älteren Menschen, Menschen mit und ohne Behinderung bilden ein Team, und Einrichtungen treffen auf Freizeitspielerinnen und Freizeitspieler. Unterschiede verschwinden dabei nicht – am Kickertisch spielen sie jedoch keine trennende Rolle.
Die inklusive Tischkicker-Liga wurde ursprünglich von der StädteRegion Aachen ins Leben gerufen. Ihr Ursprung liegt im Umfeld des Host-Town-Programms der Special Olympics World Games Berlin 2023. Mitglieder der heutigen Tischfußballabteilung von Alemannia Aachen waren von Beginn an sportfachlich beteiligt, entwickelten Regeln mit, begleiteten die Spieltage und übernahmen Spielleitung und Schiedsrichteraufgaben.
Inzwischen wird die Liga durch die Tischfußballabteilung des TSV Alemannia Aachen 1900 e.V. organisiert und weiterentwickelt. Aus einem zunächst regional angestoßenen inklusiven Projekt ist ein dauerhaftes Sport- und Begegnungsangebot geworden, das an mehreren Standorten Menschen miteinander verbindet.
Der erste Platz bei den „Sternen des Sports“ in Bronze würdigt damit die Idee, Inklusion dauerhaft im Sport zu leben und Menschen unabhängig von Alter, Behinderung, Vereinszugehörigkeit oder sportlicher Erfahrung zusammenzubringen. Das Preisgeld von 1.500 Euro soll dazu beitragen, das inklusive Angebot weiterzuentwickeln und langfristig zu sichern.
Die Auszeichnung kommt zu einem passenden Zeitpunkt: Am 4. Oktober startet die inklusive Tischkicker-Liga in die Saison 2026/2027. Nur wenige Tage vor dem ersten Spieltag ist der erste Platz bei den „Sternen des Sports“ eine besondere Motivation für die Beteiligten. Im November wartet bereits die nächste Herausforderung: Am 23. November tritt das Projekt bei der NRW-Landesausscheidung in Oberhausen an, bei der die „Sterne des Sports“ in Silber vergeben werden.
Der Grundgedanke bleibt dabei derselbe: Am Kickertisch zählt nicht, was jemand nicht kann. Es zählt, dass Menschen gemeinsam spielen – und dabei unabhängig von ihren persönlichen Voraussetzungen miteinander in Kontakt kommen.

