Der Sportpark Höhenberg färbte sich weit vor Anpfiff bereits in schwarz und gelb. Die Fans der Alemannia reisten zu Tausenden nach Köln und durften ihre Mannschaft für einen fulminanten Auftritt feiern. Faton Ademi brachte die Kaiserstädter früh in Front (8.). Lars Gindorf legte vor der Pause noch zwei weitere Treffer nach (21. & 38.). Am Ende blieb es bei den Treffern aus dem ersten Durchgang – dem besten der sich zu Ende neigenden Saison.
Wie im Heimspiel gegen den F.C. Hansa Rostock musste Cheftrainer Mersad Selimbegovic auf Lamar Yarbrough und Marius Wegmann verletzungsbedingt verzichten. Selimbegovic entschied sich dementsprechend für die gleiche Anfangsformation wie im vergangenen Spiel.
Und diese erste Elf drückte dem Spiel von Beginn an ihren Stempel auf. Zwar trug die Viktoria in den ersten Minuten ein paar gefährliche Angriffe vor, danach dominierten aber die Kaiserstädter – und die gingen auch zeitnah in Führung. Jonas Oehmichen wurde steil geschickt, drang in den Sechzehner ein und legte quer zu Ademi. Der blieb vor David Richter im Kölner Tor eiskalt und schob zur Führung ein (8.). Vom Torerfolg angetrieben, übernahm Schwarz-Gelb nun endgültig die Spielkontrolle und schnürte die Viktoria am eigenen Sechzehner ein. Zum Teil berauschten sich die Kaiserstädter selbst an ihrem Offensivspiel und ihrer Spielfreude.
Lars Gindorf trifft doppelt
Genau diese Spielfreude zeigte sich auch beim zweiten Treffer des Tages. Mehdi Loune eröffnete das Spiel aus der eigenen Hälfte heraus, machte aufgrund eines gut gespielten Doppelpasses Meter in die gegnerische Hälfte und bediente den durchstartenden Pierre Nadjombe. Der Schienenspieler behielt im Strafraum die Übersicht und bediente Gindorf im Zentrum. Dessen erster Schuss wurde noch geblockt, doch mit dem zweiten Versuch erzielte er sein 24. Saisontor (21.). Nadjombe (26.) und wieder Gindorf (29.) testeten in den Folgeminuten mit ihren Abschlüssen erneut Richter, der dieses Mal aber die Oberhand behalten sollte.
Wenige Minuten später durfte aber erneut Gindorf jubeln. Nach einem Fehler im Aufbauspiel kam der Ball im Sechzehner erneut nach Vorarbeit von Loune zu Gindorf, der sich nicht zweimal bitten ließ und sicher verwertete (38.). Die Alemannia ließ es in der Folge aber ruhiger angehen, ließ den Ball in den eigenen Reihen laufen und brachte das Ergebnis sicher in die Pause.
Alemannia lässt keine Gefahr nach der Pause aufkommen
Die Viktoria wollte nach dem Seitenwechsel mit Druck ins Spiel zurückfinden, aber die Kaiserstädter agierten abgeklärt und unterbanden Angriffsversuche schnell im Keim. Stattdessen gingen auch die ersten Chancen des zweiten Durchgangs auf das Gästekonto. Nach einem Foul an Lars Gindorf kurz vor dem Sechzehner trat der Gefoulte selbst an und brachte den Ball wuchtig in die Torwartecke. Richter wehrte den Schuss aber noch zur Seite ab (51.).
Die Kölner lösten sich in der Folge aber aus der Aachener Umklammerung und starteten eigene Angriffsbemühungen. Die Alemannia stand allerdings sicher und ließ kaum etwas zu. Einzig eine Flanke von Simon Handle, der nach der Saison seine Karriere beenden wird, sorgte für Gefahr. Die Hereingabe fand nämlich den Kopf von Stürmer Benjamin Sachs, der aus wenigen Metern zum Abschluss kam. Fotios Pseftis reagierte aber hervorragend und verhinderte mit einer starken Parade den Kölner Anschlusstreffer (61.).
Mika Hanraths kehrt auf den Platz zurück
Das Highlight der zweiten Halbzeit war schnell gefunden: Die Einwechslung von Mika Hanraths. Der Capitano hatte sich in der Sommervorbereitung schwer verletzt und konnte nun endlich sein Comeback gegen Ende der Saison feiern. Danilo Wiebe übergab ihm sogleich unter tosendem Applaus des Aachener Anhangs die Kapitänsbinde (71.). Im restlichen Verlauf des Spiels wurde jede Aktion des Capitanos lautstark gefeiert.
In der Schlussviertelstunde kam es kaum noch zu Chancen – außer zu einer für die Alemannia. Nach einem Freistoß von Oehmichen hatten viele Fans schon den Torschrei auf den Lippen, doch der Abschluss von Ademi landete nur am Außennetzt.
Am Ende blieb es bei einem verdienten 3:0-Erfolg für die Alemannia. Die Kaiserstädter waren fast das gesamte Spiel über die klar spielbestimmende Mannschaft und festigten mit den drei Punkten im Gepäck den siebten Tabellenplatz.

