Alemannia Aachen hat beim Jubiläumsspieltag zum 80. Geburtstag von Erzgebirge Aue einen wichtigen 3:1-Auswärtssieg gefeiert. Lars Gindorf brachte die Kaiserstädter in der ersten Halbzeit mit einem Doppelschlag in Führung (24. & 27.). Die Hausherren kamen mit viel Druck aus der Pause und erzielten durch Ryan Malone den schnellen Anschlusstreffer (47.). Als der Druck der Veilchen nachließ, schlug Pierre Nadjombe eiskalt zu und entschied die Partie zugunsten der Alemannia (80.).
Im Vergleich zum Heimspiel gegen den 1. FC Schweinfurt gab es bei der Alemannia mehrere Änderungen – auch an der Seitenlinie. Mersad Selimbegovic betreute seine Mannschaft wieder selbst, nachdem er zuvor aufgrund einer Rotsperre von der Tribüne aus hatte zuschauen müssen. Auch Gianluca Gaudino und Mehdi Loune kehrten nach ihren Sperren in die Startformation zurück. In der Abwehr begann Marius Wegmann für Lamar Yarbrough.
Den Aachenern war die Belastung aus zwei Englischen Wochen von Beginn an nicht anzumerken. Die Schwarz-Gelben starteten schwungvoll in die Begegnung und liefen die Hausherren früh an. Torchancen blieben in dieser Phase jedoch zunächst aus. Auf der anderen Seite kam es zu zwei Schreckmomenten für die Alemannia. Nach einem Steckpass in Richtung Strafraum hätte Marcel Bär durchstarten können, ging jedoch im Zweikampf mit Joel da Silva Kiala zu Boden. Der Schiedsrichter entschied auf Weiterspielen und verwarnte den Aachener Verteidiger (10.). Wenig später kam Vincent Ocansey nach einem Ballverlust der Gäste im Strafraum zum Abschluss, scheiterte jedoch an Alemannia-Keeper Manuel Riemann (22.).
Lars Gindorf unnachahmlich
Dank der Parade von Riemann gerieten die Kaiserstädter nicht in Rückstand und schlugen kurz darauf selbst zu. Ein Zuspiel von Matti Wagner ließ Gindorf an der Strafraumkante geschickt für den besser postierten Mika Schroers passieren. Der bediente den inzwischen in den Sechzehner durchgestarteten Gindorf, der Martin Männel mit einem frechen Schuss ins kurze Eck überlistete (24.).
Nur drei Minuten später legte der Offensivspieler nach. Wieder ließ Gindorf ein Zuspiel zunächst clever passieren, bekam den Ball anschließend erneut und zog aus rund 18 Metern ab. Der Schuss schlug unhaltbar im Winkel ein – ein Treffer der Marke Traumtor und bereits sein 20. Saisontor (27.). Nach dem Doppelschlag kontrollierte die Alemannia die Partie und brachte die Führung ohne größere Gefahr in die Halbzeitpause.
Aue erhöht nach der Pause den Druck
Im zweiten Durchgang änderte sich das Bild allerdings. Von der bisherigen Aachener Spielkontrolle war wenig zu sehen, stattdessen kamen die Veilchen druckvoll aus der Kabine. Nach einer kurz ausgeführten Ecke flankte der eingewechselte Erik Weinbauer in den Strafraum, wo der aufgerückte Ryan Malone zum schnellen Anschlusstreffer einköpfte (47.).
Die Partie drohte nun zu kippen. Aue drückte die Alemannia tief in die eigene Hälfte, Entlastungsangriffe der Gäste blieben zunächst selten. Die größte Chance zum Ausgleich hatte erneut Weinbauer, doch Riemann parierte stark (62.).
Pierre Nadjombe sorgt für die Entscheidung
Erst nach rund 70 Minuten gelang es den Kaiserstädtern, sich aus der Umklammerung zu befreien und wieder eigene Offensivaktionen zu starten. Zunächst scheiterte Gindorf nach einer Einzelaktion noch an Männel (72.). Kurz darauf war der Auer Keeper jedoch erneut geschlagen. Nach einem Einwurf von der linken Seite setzte sich der umtriebige Jonas Oehmichen im Strafraum gegen mehrere Gegenspieler durch und bediente den eingewechselten Faton Ademi. Der behielt die Übersicht und legte quer auf Pierre Nadjombe, der nur noch einschieben musste (80.).
Die erneute Zwei-Tore-Führung zog Erzgebirge Aue schließlich den Stecker. Die Gastgeber hatten sich nach der Pause sichtbar verausgabt. Zwar kam Malone noch einmal per Kopf zum Abschluss, doch der Ball flog am Tor vorbei (87.).
Am Ende stand ein 3:1-Sieg für die Alemannia auf der Anzeigetafel – der erst zweite Sieg der Kaiserstädter in Aue. Dank des Ergebnisses distanziert die Mannschaft von Trainer Selimbegovic sowohl Erzgebirge Aue auf 14 Punkte als auch den SSV Ulm, welcher mit 2:3 beim 1. FC Schweinfurt verloren hatte. Damit springt die Alemannia mit nun 38 Punkten auf dem Konto vorläufig auf den 11. Tabellenplatz.

