StartAachenGindorf bricht Rekord zum Abschied

Gindorf bricht Rekord zum Abschied

Alemannia beendet die Saison mit einem 6:1 gegen den TSV Havelse

Was für eine Spielzeit liegt hinter der Alemannia. Im Winter noch auf einem Abstiegsplatz positioniert, beenden die Kaiserstädter die Saison 2025/26 auf dem 7. Tabellenplatz mit wahnsinnigen 64 Punkten. Im letzten Spiel gegen den TSV Havelse verabschiedeten sich die Kaiserstädter mit einem Schützenfest von den eigenen Fans. Lars Gindorf brachte die Alemannia früh in Führung (7.). Manuel Riemann rettete diese dank eines parierten Elfmeters (32.). In der zweiten Halbzeit überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst erhöhte Mika Schroers (46.), dann verkürzte Marko Ilic (52.). Erneut Gindorf (54.) sowie Schroers (55.) trieben mit der Hilfe von Danilo Wiebe (74.) das Ergebnis weiter nach oben. Den Schlusspunkt setzte natürlich Gindorf und schrieb mit dem letzten Tor der Aachener Saison Geschichte (89.).

Cheftrainer Mersad Selimbegovic kündigte bereits in der Spieltagspressekonferenz an, dass es Veränderungen in der Startelf geben würde. Sasa Strujic, Nils Winter und Bentley Baxter Bahn kamen von Beginn an zum Einsatz und bei ihrem Abschied auf dem Tivoli. Auch Kapitän Mika Hanraths feierte sein Pflichtspieldebüt vor heimischer Kulisse.

Havelse stand bereits vor dem Spiel als Absteiger fest und spielte befreit auf. Immer wieder kamen die Gäste in der ersten Hälfte durch schnelle und direkte Zuspiele zu aussichtsreichen Möglichkeiten und so gehörte auch die erste Aktion des Spiels den Niedersachsen. Ein Zuspiel von Arlind Rexhepi ins Zentrum wurde von Petros Bagkalianis unglücklich scharf gemacht, aber Riemann konnte parieren (5.). Direkt im Gegenzug ging die Alemannia aber in Führung. Bahn chippte einen Ball aus dem Mittelfeld in den Sechzehner. Gindorf kam als erstes an das Spielgerät, umkurvte Keeper Norman Quindt und schob sicher ein (7.). Zu diesem Zeitpunkt fehlten Gindorf noch zwei Tore für den alleinigen Rekord für die meisten Tore in einer Drittligasaison seit ihrer Gründung.

Das Spiel blieb aber auch in der Folge ausgeglichen und Havelse hatte die XXL-Chance auf den Ausgleich, doch Nassim Boujellab brachte einen Querpass nicht im Tor unter, sondern traf nur den Pfosten (27.). Wenig später folgte die nächste große Chance für die Gäste, nachdem Nils Winter Ilic im Sechzehner zu Boden zerrte. Es gab Strafstoß, aber Johann Berger konnte Riemann mit seinem Schuss nicht überwinden (32.). Am Ende ging es mit der knappen Führung in die Pause.

Verrückte Minuten nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine Halbzeit, die sinnbildlich für die Rückrunde dieser aufopferungsvollen und spielstarken Alemannia Truppe stand – nämlich eine wahnsinnige.

Schroers eröffnete die zweiten 45 Minuten mit einem Blitztor. Nach gerade einmal 35 Sekunden setzte er sich links im Strafraum gegen seinen Gegenspieler durch und hämmerte den Ball aufs Tor. Quindt konnte den Einschlag nicht mehr verhindern (46.).

Havelse spielte aber – zu dieser Phase – weiter nach vorne und kam auch zum schnellen Anschlusstreffer. Leon Sommer war nach einem langen Ball durch und fand mit seinem Zuspiel Ilic, der sicher verwertete (52.). Das Tor für die Gäste ging aufgrund der Anzahl ihrer Chancen auch in Ordnung. In der Folge spielte jedoch nur noch die Alemannia.

Wer aber dachte, dass sich nun ein enges Spiel entwickeln würde, der sah sich getäuscht. Es entwickelte sich nämlich ein Sturmlauf der Alemannia. Nachdem Winter sich in den Strafraum vorkämpfte, wurde er von Dennis Duah zu Boden gerissen – auch hier gab es zurecht einen Strafstoß. Natürlich nahm sich erneut Gindorf der Sache an und drosch den Ball links in die Maschen (54.). Zu diesem Zeitpunkt hatte die Leihgabe aus Hannover genauso viele Tore erzielt wie einst Dominik Stroh-Engel, mit dem er sich nun den Rekord teilte. Nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff erzielte dann auch Schroers sein zweites Tor des Tages. Gindorf rettete eine zu lange Flanke und legte per Kopf ab auf Bahn. Der machte den Ball mit dem Rücken zum Tor fest und legte ab auf Schroers. Der Aachener versenkte das Spielgerät im Anschluss kompromisslos im Tor (55.).

Wiebe-Knaller und Abschiede von Nils Winter und Sasa Strujic

Der Tivoli konnte sich vor Emotionen kaum noch retten. Nach den vielen Toren nach dem Seitenwechsel erhob sich nun das Aachener Publikum zur Auswechslung von Nils Winter. Unter Standing Ovations verließ er den Platz für Lukas Scepanik (59.).

Die Aachener rennten auch in der Folge wie die Verrückten an und schnürten Havelse am eigenen Sechzehner ein. Nach einem Steckpass von Bahn auf Gindorf wäre es beinahe schon soweit gewesen mit dem Rekord, aber Quindt parierte zur Ecke. Nach der folgenden Hereingabe kam der Ball aber an der Sechzehnerkante zu Wiebe, der volley abzog und trocken verwandelte – Marke Traumtor (74.).

In der 83. Minute war es dann auch bei Sasa Strujic der Zeitpunkt seiner Auswechslung gekommen. Der Doublesieger und Aufstiegsheld verließ ähnlich wie zuvor Winter den Platz unter dem Applaus des Publikums sowie den Umarmungen seiner Mitspieler.

Der Rekord ist gebrochen

In den letzten Minuten war das Spiel der Alemannia ausschließlich auf ein drittes Tor von Lars Gindorf ausgelegt Alle wollten, dass sich der gebürtige Saarländer mit dem Rekord belohnt – und so sollte es auch geschehen!

Schroers – der geniale Partner von Gindorf – wurde auf der rechten Seite steil geschickt und lief seinen Bewachern davon. Er blickte Richtung Strafraum, sah Gindorf und brachte die Kugel scharf vor das Tor. Gindorf musste schließlich nur noch einschieben (89.).

Was folgte war eine pure Explosion des Tivoli. Sämtliche Spieler auf dem Platz sowie die gesamte Bank machte sich im Vollsprint auf den Weg zu Gindorf, der sich vor der Werner-Fuchs-Tribüne für seinen Rekord feiern ließ. Mit dem Schlusspfiff endete damit eine Saison, die am Tivoli wohl niemand so schnell vergessen wird – eine Spielzeit, die mit Rückschlägen begann, mit einer verrückten Aufholjagd weiterging und mit einer Mannschaft endet, die sich in die Herzen der schwarz-gelben Fans gespielt hat.

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