Es geht Schlag auf Schlag in der 3. Liga. Die Alemannia befindet sich Mitten in der ersten Englischen Woche der Saison und trifft am morgigen Dienstagabend auswärts auf die Würzburger Kickers. Anstoß der Partie ist um 19:00 Uhr.
Durch das Unentschieden gegen Jahn Regensburg steht die Alemannia nach den ersten fünf absolvierten Spieltagen mit acht Punkten auf der Habenseite ganz gut da. Bereits am morgigen Dienstagabend soll das Punktekonto mit einem Sieg bei den Würzburger Kickers weiter ausgebaut werden. Der Aufsteiger aus der Regionalliga Bayern startete zwar stark in die neue Saison, verlor allerdings die letzten drei Spiele – zuletzt sogar deutlich mit 6:2 bei Rot-Weiss Essen. Damit stehen die Kickers aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz, welchen sie so schnell wir möglich verlassen werden wollen.
Ähnlich wie die Würzburger Kickers waren auch die Kaiserstädter nicht zufrieden mit dem letzten Spieltag. Die Spieler zeigten sich nach dem Unentschieden gegen Regensburg reflektiert und selbstkritisch – auch wenn das Ergebnis nicht mit dem der Kickers vergleichbar ist. Cheftrainer Mersad Selimbegovic blickt vor dem kommenden Spiel ebenfalls kurz zurück: „Wir waren in der Halbzeit richtig sauer auf uns. Es stand 2:1, aber wir hätten mit 3:0 oder 4:0 führen müssen. Dann haben wir in den Minuten vor der Pause aber zu viel zugelassen.“ Gleichzeitig hält Alemannias Cheftrainer fest, dass sich die Mannschaft auf einem guten Weg befinde. Mit Blick auf den Umbruch im Sommer sei man bereits ziemlich weit. „Wir werden immer Phasen haben, in denen wir nicht stabil sind. Das ist aber auch normal bei einer jungen Mannschaft, dass sie nicht durchgehend so spielen kann, wie die ersten 30 Minuten gegen Jahn Regensburg. Ich gehe davon aus, dass die jungen Spieler schnell Erfahrungen machen, wenn sie spielen. Das gibt mir die Zuversicht, dass wir solche Spiele auch zu Ende bringen.“
Gleichzeitig gibt Selimbegovic aber auch klar die Marschroute für die kommenden Spiele vor: „Wir müssen dahin kommen, dass wir mit noch mehr Konzentration und Leidenschaft unser Tor verteidigen. Dass wir nach vorne immer etwas hinbekommen, hat jeder gesehen. Es gibt selten Spiele, in denen wir wenig Chancen kreieren oder keine Tore schießen. Wir trauen uns alles zu, aber manchmal sollten wir uns eher die einfachen Dinge vornehmen und den Ball flachhalten.“
Selimbegovic warnt eindrücklich vor Tarsis Bonga
Würzburg musste bei Rot-Weiss Essen zwar eine hohe Niederlage hinnehmen, wusste phasenweise aber auch spielerisch zu überzeugen. Zwei Mal gelang es den Kickers, die Essener Abwehr auszuspielen und zum Torerfolg zu kommen. „Würzburg spielt einen sehr guten Fußball. Sie können dich überspielen, aber auch bespielen. Wir müssen deshalb schauen, dass wir unser Spiel auf den Platz bringen. Sie sind sehr körperlich und haben einen Stürmer, der knapp zwei Meter groß und gleichzeitig sehr dynamisch ist“, warnt Selimbegovic vor den Kickers und ihrem Stürmer Tarsis Bonga.
Bonga misst 1.96 Meter und ist eine feste Größe in der unterfränkischen Offensive. Er macht immer wieder Bälle fest und weiß, seine Mitspieler in Szene zu setzen. Bonga kommt bereits auf insgesamt vier Torbeteiligungen in der laufenden Drittligasaison.
Selimbegovic hat aber auch bereits einen Plan, wie er den Stürmer verteidigen lassen möchte: „Es ist wichtig, den ersten Ball zu attackieren, dass sie ihn nicht gezielt in Szene setzen zu können. Wir müssen versuchen, die Kopfballduelle zu gewinnen und dann den zweiten Ball zu kriegen.“ Gleichzeitig müsse man bei seiner Körpergröße auch bei Standards auf der Hut sein. Insgesamt erwartet der Aachener Cheftrainer eine Partie, die von einem einzigen Moment entschieden werden kann. Deswegen müsse die Alemannia hellwach sein und „versuchen, diesen Moment für uns zu nutzen.“
Personal und Rahmenbedingungen
Danilo Wiebe kann nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung im Spiel gegen den SSV Jahn Regensburg nicht gegen die Kickers mitwirken. Es bleibt die Hoffnung, dass der Mittelfeldspieler gegen Fortuna Düsseldorf wieder spielen kann. Auch Ken Izekor wird aufgrund einer Erkältung ausfallen. Für Mika Hanraths, Fabio Torsiello und Marius Wegmann kommt ein Einsatz zu früh.
Wenn die Alemannia am Dienstagabend in Würzburg spielt, kann sie sich wieder auf die Unterstützung ihrer Fans verlassen. 750 Schwarz-Gelbe treten die Reise nach Unterfranken mit an.
Wer nicht im Stadion dabei sein kann, hat wie gewohnt mehrere Möglichkeiten, die Partie live zu verfolgen: über den Alemannia-Liveticker, den 100,5 Alemannia-Livestream, bei MagentaSport oder im Audio-Stream des WDR.
Es ist das erste Aufeinandertreffen der beiden Vereine in einem Pflichtspiel. Einzig im März 1924 kam es zu einem Testspiel zwischen der Alemannia und den Würzburger Kickers. Vor etwas mehr als 100 Jahren hatten damals die Kickers mit 4:2 die Nase vorne.
Schiedsrichter Martin Wilke leitet die morgige Partie. In den letzten beiden Spielzeiten pfiff er die Alemannia zwei Mal – 2024 im Heimspiel gegen 1860 München und 2026 wiederrum bei den Löwen. Unterstützt wird er an den Linien durch seine beiden Assistenten Matthias Heilig sowie Mika Forster. Vierter Offizieller ist Kadir Yagci.

