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So. 26 Mai. 2024
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Agnes Zilligen als neue Preisträgerin Aachen sozial nominiert

Nachwuchspreisträger wird Maurits Metz

Das Leben an sich stellt sich mehr denn je für jeden von uns als Herausforderung dar, die wir täglich meistern müssen. Ob die globalen Krisen, die Unsicherheit, die durch die sich ständig verändernde Weltlage entsteht, persönliche Schwierigkeiten oder die dauernde Suche nach Wachstum – jeder von uns steht vor einzigartigen Hürden.
Gerade in diesen Zeiten gewinnt ehrenamtliches Engagement besonders an Bedeutung. Während wir selbst mit unseren eigenen Problemen und Schwierigkeiten konfrontiert sind, bietet das „anderen Helfen“ nicht nur eine Möglichkeit, positiven Einfluss zu nehmen, sondern kann auch eine Quelle von Trost und Sinnstiftung für uns selbst sein. Ehrenamtliche Tätigkeiten ermöglichen uns mit der Gemeinschaft zu verbinden, neue Fähigkeiten zu entwickeln und das Gefühl zu haben, Teil einer größeren Lösung zu sein. In einer Zeit, in der viele Menschen mit Einsamkeit, Angst und Unsicherheit kämpfen, kann das ehrenamtliche Engagement eine wertvolle Möglichkeit sein, Solidarität zu zeigen und gemeinsam durch schwierige Zeiten zu gehen.
So ist ehrenamtliches Engagement das Herzstück einer lebendigen und unterstützenden Gesellschaft. Aus diesem Grund ist es von entscheidender Bedeutung, das Ehrenamt aktiv zu fördern und zu unterstützen. Aachen Sozial e.V. ehrt in diesem Jahr zwei bemerkenswerte Persönlichkeiten, die auf ganz unterschiedliche Weise zum sozialen Wohl beitragen und damit das breite Spektrum des ehrenamtlichen Engagements widerspiegeln.


Die Preisträgerin 2024
Agnes Zilligen – Geschäftsführerin Rückhalt e. V. – Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt – Ein Engagement im Kampf gegen sexuelle Gewalt

Agnes Zilligen, die diesjährige Preisträgerin von Aachen Sozial, verkörpert mit ihrer Arbeit bei Rückhalt e. V. den Kampf gegen sexuelle Gewalt. Geboren 1960 in der idyllischen Vulkaneifel auf einem bescheidenen Bauernhof, wurde sie von ihren Eltern geprägt, die trotz ihrer eigenen Kriegs- und Armutsgefühle stets Werte wie Menschlichkeit und Mitgefühl vermittelten. Schon früh war für Agnes klar, dass sie sich in der sozialen Arbeit engagieren wollte. Nach dem Abitur zog es sie zum Studium der Dipl. Pädagogik von ihrem kleinen Heimatdorf in die pulsierende Metropole Köln und später nach Aachen, wo sie seit 1980 lebt. Ihre berufliche Laufbahn begann sie mit der Arbeit mit nicht sesshaften und haftentlassenen Menschen, bevor sie sich in Projekten der Öffentlichkeitsarbeit für Verkehrsberuhigung engagierte.
Als selbstständige Projektentwicklerin und Öffentlichkeitsarbeiterin im sozialen Bereich baute Agnes ein Netzwerk auf, das sich über Ländergrenzen erstreckte. Unter der Überschrift „Eigenarbeit“ initiierte sie verschiedene Mitmachprojekte, darunter das Dschungel-Mosaik im Kennedypark und das Lebensbaumprojekt mit Spiegelscherben in der OT Driescher Hof.
Ihr heutiges Engagement begann 1997, als sie begann für den Verein „Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen e.V.“ – heute Rückhalt e. V., zu arbeiten. Dabei stellte sie fest, dass die finanzielle Unterstützung für Organisationen wie ihre begrenzt ist und man immer auch auf Spenden angewiesen ist. Dies spiegelt sich in den langen Wartelisten für Erstgespräche wider und zeigt die dringende Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umdenkens in Bezug auf Opfer sexueller Gewalt.
Besonders herausfordernd ist die Finanzierung von Männerberatungsprojekten, für die es kaum öffentliche Mittel gibt. Doch Agnes und ihr Team bei „Rückhalt M“ setzen sich unermüdlich für die Betroffenen ein, unterstützen auch Angehörige und Freunde in schwierigen Situationen.

Privat findet Agnes in ihrem kleinen Garten und in der Natur der Eifel ihren Ausgleich. Dort schöpft sie Energie, verbindet sich mit ihren Wurzeln und lässt sich von der Landschaft inspirieren. Ihr Partner und ihre Freundinnen und Freunde sowie die fachliche Vernetzung geben ihr Kraft, die schwierige Arbeit gegen sexuelle Gewalt fortzusetzen, auch wenn die politische Landschaft oft steinig ist.
Agnes Zilligen ist mehr als eine Preisträgerin – sie ist eine unermüdliche Kämpferin für Gerechtigkeit und Menschlichkeit in einer Welt, die oft den Blick abwendet.

Über Rückhalt e. V
Der Verein bietet mit seinen Fachberatungsstellen Beratung und Unterstützung für Menschen an, die von sexualisierten Übergriffen und / oder Gewalt betroffen sind oder waren und die mit psychischen Belastungen, persönlichen Krisen oder anderen Herausforderungen konfrontiert sind. Rückhalt e.V. stellt sich als eine Anlaufstelle für Menschen in schwierigen Lebenslagen dar.

Der Verein betont das Ziel, individuelle Lösungen und Unterstützungsmöglichkeiten anzubieten, um den Betroffenen in ihrer Lebensbewältigung zu helfen. Dazu gehören sowohl Einzelberatungen als auch Begleitung zur Anzeigenerstattung oder im Gerichtsprozess, die auf die Bedürfnisse der Klientinnen und Klienten zugeschnitten sind.
Des Weiteren legt der Verein Wert auf eine vertrauliche und respektvolle Atmosphäre, in der sich die Ratsuchenden sicher fühlen können. Die Mitarbeiterinnen von Rückhalt e. V. stehen für eine zugängliche und einfühlsame Organisation, die darauf abzielt, Menschen in schwierigen Situationen zu unterstützen und Betroffenen Perspektiven aufzuzeigen, Wege in ein neues Leben zu finden.

Weitere Informationen unter www.rueckhalt-beratung.de

Ein paar Zahlen

  • Jede 2. bis 3. Frau wird in Deutschland Opfer von häuslicher oder sexueller Gewalt.
  • Jede 7. Frau ist von sexualisierter Gewalt betroffen.
  • Die Täter sind dem Opfer zu 80% bekannt. Oft ist es der eigene (Ex-)Partner.
  • Nur etwa 10 % der Betroffenen erstatten Anzeige und nur bei 10% kommt es zur Verurteilung.
  • Fast jeden 3. Tag stirbt in Deutschland eine Frau durch Gewalt durch ihren Partner oder ExPartner (133 Morde im Jahr 2022).
  • 26% der Kinder, die laut Polizeilicher Kriminalstatistik 2022 von sexuellem Missbrauch betroffen waren, waren Jungen, 74% waren Mädchen. Insgesamt wurden über 15.500 Fälle
    erfasst. Hinzu kommt ein hohes Dunkelfeld.
  • Nur etwa 10 % der Betroffenen erstatten Anzeige und nur bei 10% kommt es zur Verurteilung.

Der Nachwuchspreisträger 2024
Maurits Metz – Fachhelfer im Zugtrupp THW Aachen

Maurits Metz, geboren im Jahr 2000, ist eine engagierte Persönlichkeit, die sich durch ihren Einsatz und ihre Führungsqualitäten im Technischen Hilfswerk (THW) sowie in anderen sozialen Organisationen wie den Pfadfindern hervorgetan hat. Seine Verbindung zum THW begann im Jahr 2013 anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des THW in Aachen. Seitdem hat er eine bemerkenswerte Reise durch die Organisation gemacht. Angefangen
in der Jugendgruppe, übernahm er sukzessive Verantwortung für verschiedene Aufgaben.
Jeden zweiten Samstag verbrachte er einige Stunden damit, an Übungen teilzunehmen, sowohl mit den Jugendlichen als auch mit den erwachsenen Helfern.

Mit 18 Jahren begann er seine Grundausbildung, die etwa ein Jahr dauerte, bevor er in den Zugtrupp wechselte, eine Einheit, die sich um die Koordination der Einsatzgruppen und Helfer kümmert. Metz wurde von seinen Vorgesetzten für seine herausragenden Fähigkeiten gelobt, darunter Organisationstalent, Selbstständigkeit, Überblick, Teamfähigkeit und Durchsetzungsvermögen. Die Führungskräfte erkannten früh sein Potenzial und förderten ihn gezielt.

Besonders während der Hochwasserkatastrophe zeigte Maurits Metz sein außergewöhnliches Engagement. Doch betont er stets, dass beim THW niemand allein handelt, sondern dass es auf Teamarbeit und Zusammenhalt ankommt. Was ihn am THW fasziniert, ist die Gemeinschaft und die Vermittlung von Werten, die in unserer Gesellschaft oft vernachlässigt werden. Er schätzt die menschliche und freundschaftliche Atmosphäre, in der sich alle auf Augenhöhe begegnen.

Aktuell studiert Maurits Metz Maschinenbau an der RWTH Aachen. Auch hierbei lässt er sich von den Werten des THW inspirieren und strebt danach, etwas Gutes für die Zukunft zu schaffen, etwa durch die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien, die CO2 einsparen. Trotz seines vollen Terminplans ist Maurits Metz auch weiterhin bei den Pfadfindern aktiv, nunmehr als Materialwart. Seine Hobbys sind vielfältig und reichen vom Segeln über Skifahren bis hin zum Standardtanz.

Für ihn ist die Arbeit beim THW facettenreich und erfüllend, da sie ihn dazu befähigt, anderen Menschen in Not zu helfen und ihnen ein Stück Normalität zurückzugeben. Er betrachtet seine Rolle als Dienstleister in Problemlösungen und ist stolz darauf, Teil eines Teams zu sein, das sich darauf vorbereitet, in Katastrophensituationen Hilfe zu leisten.

Über das THW und die Jugendabteilung
Die Jugendabteilung des Technischen Hilfswerks (THW) in Aachen ist ein vitaler Bestandteil dieser humanitären Organisation. Sie ist ein Ort, an dem junge Menschen die Möglichkeit haben, sich ehrenamtlich zu engagieren und wichtige Fähigkeiten für das Leben zu erlernen. Die Jugendabteilung des THW Aachen bietet ein breites Spektrum an Aktivitäten und Ausbildungen, die darauf abzielen, Jugendliche für den Katastrophenschutz zu sensibilisieren und sie auf mögliche Einsatzszenarien vorzubereiten.

Die Mitglieder der Jugendabteilung des THW Aachen nehmen an regelmäßigen Treffen teil, bei denen sie nicht nur theoretisches Wissen über Techniken und Verfahren des Katastrophenschutzes erwerben, sondern auch praktische Fähigkeiten durch Übungen und Simulationen entwickeln. Diese Übungen können von einfachen Erste-Hilfe-Szenarien bis hin zu komplexen Rettungsaktionen reichen, bei denen Teamwork, Organisation und Entscheidungsfindung gefragt sind. Darüber hinaus ermöglicht die Jugendabteilung des THW Aachen den Mitgliedern, an Wettbewerben und Veranstaltungen teilzunehmen, bei denen sie ihr Können unter Beweis stellen und sich mit anderen Jugendlichen aus der Region messen können. Diese Wettbewerbe fördern den Teamgeist und den Ehrgeiz der Teilnehmer und stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Jugendabteilung.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Jugendabteilung des THW Aachen ist die Jugendarbeit und -förderung. Die Betreuer und Ausbilder kümmern sich nicht nur um die Ausbildung der Jugendlichen im Katastrophenschutz, sondern auch um ihre persönliche Entwicklung und ihr Wohlbefinden. Sie fungieren als Mentoren und Ansprechpartner und unterstützen die Jugendlichen dabei, ihre Stärken zu entdecken und ihre Ziele zu verfolgen. Insgesamt bietet die Jugendabteilung des THW Aachen jungen Menschen eine einzigartige Gelegenheit, sich aktiv für die Gesellschaft zu engagieren, wichtige Kompetenzen zu erwerben und gleichzeitig neue Freundschaften zu schließen. Sie ist ein Ort, an dem Jugendliche Verantwortung übernehmen und wertvolle Erfahrungen sammeln können, die sie ihr Leben lang begleiten werden.

Alle Informationen unter www.thw-aachen.de

Aachen Sozial – die Preisverleihung
Die Preisverleihung „Aachen Sozial“ kann auf eine lange Reihe ehrwürdiger Preisträger zurückblicken: Marcella Hansch und Fatema Kshada 2023, Oliver Schmitt und Judith Plettenberg (2022) Dr. Heike Heinen (2020), Alice und Eduard Brammertz (2019), Marco Buchholz (Nachwuchspreis 2019), Jochen Geupel (2018), Sarah Everhartz und Tim Hermanski (Nachwuchspreis 2018), Boris Bongers (2017), Lena Palm (Nachwuchspreis 2017), Ursula Kohl, Margit Kohl-Woitschik und Gisela Kohl-Vogel (2016), Stefan Küpper
(2015), Tom Hirtz (2014), Wolfgang Hammer (2013), Georg Quadflieg (2012), Michael Nobis (2011), Joachim Neßeler (2010), Dr. Meino Heyen (2009), Dr. Toni Jansen (2008) und Martin Lücker (2007) erhielten in den vergangenen Jahren die durch den Hauptsponsor Deutsche Bank mit 5 000 Euro dotierte Auszeichnung. Der mit 2.000 Euro dotierte Nachwuchspreis „Aachen Sozial“ wird seit 2017 verliehen. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen hat auch in diesem Jahr die Schirmherrschaft übernommen.

Aachen Sozial – über uns:
Der Verein „Aachen Sozial“ – Gesellschaft für soziales und bürgerschaftliches Engagement in der Region Aachen e.V.“ ist ein gemeinnütziger Verein, dessen Mitglieder vorwiegend aus Bürgerinnen und Bürgern der Städteregion Aachen bestehen. Dem Vereinsvorstand gehören an: Gabriele Mohné, Dr. Hans Röllinger. Seit 2007 unterstützt Aachen Sozial zukunftsweisend gemeinnützige, kulturelle, mildtätige und kirchliche Projekte, insbesondere mit dem Ziel den ehrenamtlichen Einsatz in der Gesellschaft zu fördern. Engagement für das Gemeinwohl ist in Aachen ein selbstverständlicher Teil unternehmerischen und gesellschaftlichen Handelns geworden.

Spendensummen
Ganz besonders stolz ist Aachen Sozial e. V., dass im Zeitraum 2023 die Summe von knapp 50 000 Euro erreicht wurde. Rückblickend kann die Initiative seit ihrer Gründung 2007 ein Spendenvolumen von mehr als 340 000 Euro vorweisen. Damit steht der Aachen Sozial e. V. für seine Nachhaltigkeit, fördert weiterhin bereits betreute Projekte und kann andere soziale Engagements unterstützen und das trotz hoher finanzieller Einbußen der Wirtschaft auf Grund der aktuellen Krisen.

Weitere Informationen über die Projekte und die Sponsoren findet man auf unserer
Website www.aachensozial.de

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