StartAachen125 Jahre Statistik für Aachen

125 Jahre Statistik für Aachen

Die Entwicklung der Studierenden im Spiegel der Statistik

Das Wintersemester 2026/27 startet – auch an den Aachener Hochschulen. Zeit, einen Blick zurück zu wagen, an die Anfänge der Studierendenstadt Aachen und die Entwicklung bis heute.

Als die Stadt Aachen Anfang des 20. Jahrhunderts ihre ersten Statistischen Jahrbücher herausgab, war die 1870 gegründete Technische Hochschule eine überschaubare Einrichtung. Neben den Schülerzahlen der Schulen und Fachschulen verzeichnete das Jahrbuch auch deren Angehörige: Im Wintersemester 1905/06 waren es 636 Studierende sowie gut 250 Hörer und Gäste (Abbildung 1). Bis zum Ersten Weltkrieg blieb es bei weniger als tausend Personen, die in der Industriestadt kaum ins Gewicht fielen. Frauen durften erst ab 1909 ein Studium beginnen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich das Bild rasch. Wiederaufbau und Ingenieurbedarf in Zeiten des Wirtschaftswunders ließen die Hochschule sprunghaft wachsen: Im Wintersemester 1948/49 studierten doppelt so viele Menschen wie vor dem Ersten Weltkrieg in Aachen, bis 1955/56 vervierfachte sich die Zahl noch einmal. Am stärksten wuchsen die Ingenieurfächer. Der Maschinenbau verzehnfachte seine Studierendenzahl, Elektrotechnik und Hüttenkunde legten ähnlich kräftig zu, die Architektur dagegen nur moderat (Abbildung 2). Frauen blieben die Ausnahme: 1963/64 stellten sie mit 293 Studentinnen gerade drei Prozent der Gesamtsumme.

Die Bildungsexpansion der 1960er- und 1970er-Jahre machte die Aachener Hochschullandschaft nicht nur größer, sondern auch vielfältiger. Aus den Ingenieurschulen für Maschinen-, Bau- und Textilwesen entstand 1971 die Fachhochschule Aachen, im selben Jahr erhielt die Katholische Fachhochschule ihre Aachener Abteilung. Die 1946 gegründete Pädagogische Akademie ging 1980 in der RWTH auf. Innerhalb von zwei Jahrzehnten stieg die Zahl der Studierenden in Aachen auf über 45.000.

Auf diesen Höchststand Anfang der 1990er-Jahre folgte, wie bundesweit, ein deutlicher Rückgang. Mit dem Bologna-Prozess und den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen füllten sich die Hörsäle seit etwa 2010 in Aachen erneut. Im Wintersemester 2021/22 wurde mit über 61.000 Studierenden der bisherige Rekord erreicht (Abbildung 3).

Heute ist Aachen ohne seine Studierenden kaum vorstellbar. Im Wintersemester 2025/26 kamen auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner 217 Studierende (Abbildung 4). Besonders sichtbar sind die Studierenden rund um den Templergraben und das Pontviertel. Der Frauenanteil hat sich auf gut ein Drittel erhöht, die Männer bleiben aber in der Mehrheit. Noch stärker gewandelt hat sich die Herkunft: Kam Anfang der 1970er-Jahre nicht einmal jeder zehnte Studierende aus dem Ausland, ist es heute fast jeder dritte, deutlich mehr als im Landes- und Bundesdurchschnitt. Das prägt auch die Stadtgesellschaft: China und Indien zählen inzwischen zu den fünf häufigsten Herkunftsländern der Aachener Bevölkerung.

125 Jahre – eine Reise durch die Statistik
Das Jubiläumsjahr feiert das Team der Statistikstelle – ganz im Sinne seiner Aufgabe – mit einer Reise durch viele interessante und kuriose Zahlen, Daten und Fakten der Kaiserstadt. Von der Bevölkerungsentwicklung über Flächenveränderungen bis hin zu den Zuschauerzahlen bei Alemannia-Heimspielen. Bis zum August 2027 veröffentlicht die Stadt Aachen in regelmäßigen Abständen weitere Teile dieser Reihe auf aachen.de/statistik.

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