Der gemeinsame Antrag der CDU-Kreistagsfraktion und der FDP/FW-Fraktion zum Austritt des Kreises Heinsberg aus der Niederrhein Tourismus GmbH hat im Kreisausschuss eine Mehrheitsempfehlung für den Kreistag erhalten. Die abschließende Entscheidung ist für die Sitzung des Kreistages am 29. September vorgesehen. Die Fraktionen begründen ihren Antrag mit der Verantwortung gegenüber den kreisangehörigen Kommunen, der notwendigen Entlastung des Kreishaushalts und dem Ziel, den Tourismus im Kreis Heinsberg künftig noch stärker mit der eigenen Marke Heinsberger Land voranzubringen. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg mbH, die WFG, bleibt dabei zentraler Ansprechpartner.
Im Mittelpunkt steht keine Absage an touristische Zusammenarbeit, sondern die Frage, wie Tourismusförderung künftig wirksam, transparent und wirtschaftlich organisiert werden kann. Der Kreis muss sparen, ohne die Interessen von Hotellerie, Gastronomie, touristischen Betrieben und Kommunen aus dem Blick zu verlieren. Mit der touristischen Branche stehen die Fraktionen bereits im Austausch.
Die vorliegenden Zahlen zeigen nach Auffassung der Fraktionen, dass die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Beteiligung deutlich über den reinen Gesellschafterbeitrag hinausgehen. Seit dem Beitritt 2017 lagen die ausgewiesenen jährlichen Zahlungen zunächst bei 25.000 Euro und erreichten 2024 zeitweise 139.417 Euro. Für 2025 sind 114.390 Euro und für 2026 91.269 Euro ausgewiesen. Hinzu kommen angekündigte weitere Sonderzahlungen ab 2026.
Harald Schlößer, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion: „Wir haben Verantwortung gegenüber unseren Kommunen, die finanziell ebenfalls stark belastet sind. Deshalb müssen wir sehr genau prüfen, wofür wir Geld ausgeben und welchen konkreten Nutzen eine Beteiligung bringt. Der Austritt richtet sich nicht gegen den Tourismus, sondern ist Teil einer verantwortungsvollen Haushaltsentscheidung.“
Stefan Lenzen (FDP), Vorsitzender der FDP/FW-Fraktion: „Uns ist wichtig, dass der Austritt nicht zulasten der touristischen Betriebe geht. Hoteliers, Gastronomen und touristische Anbieter können sich darauf verlassen, dass sie auch künftig bei der WFG einen Ansprechpartner haben. Wir wollen das Heinsberger Land weiter voranbringen und sind überzeugt, dass dies direkter, zielgenauer und wirtschaftlicher gelingen kann.“
Walter Leo Schreinemacher (FREIE WÄHLER), Co-Vorsitzender der FDP/FW-Fraktion: „Touristische Zusammenarbeit bleibt wichtig. Entscheidend ist aber, dass sie für den Kreis Heinsberg nachvollziehbaren Nutzen bringt und bezahlbar bleibt. Wir wollen das Heinsberger Land stärken und zugleich den engen Kontakt zu den Tourismusverantwortlichen in den Kommunen erhalten.“
Die Fraktionen stellen klar: Der Antrag ist kein Signal gegen Hotellerie, Gastronomie oder touristische Anbieter im Kreis Heinsberg. Im Gegenteil soll der Tourismus im Heinsberger Land weiter unterstützt werden – mit klaren Zuständigkeiten, direkter Ansprache über die WFG und weiterhin engem Kontakt zu den Tourismusverantwortlichen in den Kommunen.
„Wir nehmen die Sorgen der Branche ernst. Zugleich müssen wir unserer Verantwortung gegenüber den Kommunen und dem Kreishaushalt gerecht werden. Maßstab ist, wie wir das Heinsberger Land touristisch weiter stärken und die vorhandenen Mittel möglichst gezielt einsetzen“, erklären die Fraktionen gemeinsam.

