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Di.. 6 Jan.. 2026
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Wenn andere noch schlafen

Winterdienst startet um 2 Uhr

Es gibt ihn noch: den Winter in der Eifel. Auch wenn vielerorts (noch) kein Schnee liegt, sorgt bereits Bodenfrost für glatte Straßen. Der Kreis Euskirchen ist darauf vorbereitet: Der Winterdienst auf den Kreisstraßen wird durch den kreiseigenen Bauhof auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrum in Mechernich-Strempt organisiert – von hier aus starten die Fahrzeuge. Der erste Streueinsatz fand in dieser Saison bereits Ende November statt.

„Die Vorbereitungen werden zunehmend schwieriger planbar, weil sich Wetterlagen kurzfristiger ändern können“, sagt Eva Heinen, die stellvertretende Leiterin des Kreisbauhofes. Mal sei es im Dezember frühlingshaft warm, wenige Tage später dann eisig kalt. Fest steht: Sobald die Prognosen Glätte erwarten lassen, würden die Kollegen in Bereitschaft versetzt – ab 2 Uhr nachts. Feiertage wie Weihnachten oder Neujahr spielen dabei natürlich keine Rolle. Bauhof-Leiterin Simone El Massaoudi: „Das ist unser Job. Natürlich planen wir rund um die Feiertage, damit es fair verteilt ist. Fest steht aber: Wenn es schneit oder friert, müssen wir raus.“

320 Kilometer Kreisstraßen – neun Bezirke, mehrere Teams

Insgesamt betreut der Winterdienst rund 320 Kilometer Kreisstraßen. Das Streu- und Räumnetz ist in neun Bezirke aufgeteilt: sechs Bezirke werden durch den Bauhof eigenständig bedient, drei Bezirke übernehmen beauftragte externe Dienstleister. Für die Einsätze stehen sechs Winterdienstfahrzeuge zur Verfügung, ergänzt durch zwei Ersatzfahrzeuge. Im Winterdienst sind 30 Kollegen im Einsatz – organisiert im 2-Schichtsystem.

Der Kreis nutzt Salz und Sole und betreibt dafür eine eigene Mischanlage. Das Mischungsverhältnis liegt bei 70 % Salz und 30 % Sole. Eingelagert sind derzeit rund 350 Tonnen Salz. Je Einsatz werden im Schnitt etwa 3 Tonnen Salz pro Bezirk benötigt – abhängig von Wetterlage, Dauer und Streustufe.

Bitte um Rücksicht: Engstellen, parkende Autos und Mülltonnen

Damit der Winterdienst sicher und zügig arbeiten kann, bittet der Kreis um Unterstützung aus der Bevölkerung. Ein Räumfahrzeug mit Schneepflug benötigt rund 3,50 Meter Platz – zusätzlich zu Bordsteinen, Mülltonnen und oft sehr eng parkenden Fahrzeugen. In sensiblen Bereichen kann es deshalb zeitweise zu Parkverboten kommen.

Wichtig: Die Streu- und Räumfahrzeuge sind mit rund 40 km/h unterwegs, um die Streuung zuverlässig und gleichmäßig aufzubringen. Überholen, dichtes Auffahren oder riskante Manöver behindern den Einsatz und erhöhen das Unfallrisiko.

Auch das gehört zur Wahrheit: Der Winterdienst kann nicht überall und gleichzeitig im Einsatz sein – besonders wenn es in kurzer Zeit sehr viel schneit. „Dann ist die Straße, die eben noch schwarz – also geräumt – war, in kurzer Zeit wieder zu“, sagt Eva Heinen. Dennoch sei so manche Kritik, die dann gerne pauschal über Social Media geäußert werde, in vielen Fällen einfach falsch. „Wir sehen in unseren Systemen sehr genau, wann und wo gestreut wurde. Das ist Gold wert, wenn jemand behauptet, es sei nichts gemacht worden…“

Kollegen starten auf vereisten Strecken

Ein zusätzlicher Aspekt: Auch die Winterdienst-Teams selbst müssen – je nach Wetterlage – auf nicht geräumten und vereisten Strecken zunächst zum Bauhof bzw. Ausgangspunkt gelangen, um dann auszurücken. Der Kreis bittet daher um besondere Vorsicht in den frühen Morgenstunden. Auch ohne Schnee gilt: Bodenfrost reicht für Glätte. Wer „schneefrei“ unterwegs ist, sollte sich nicht täuschen lassen – angepasstes Tempo, Abstand und passende Bereifung sind jetzt entscheidend.

Fazit: Wer sein Fahrzeug rücksichtsvoll abstellt, Mülltonnen nicht in Engstellen platziert und mit angepasster Geschwindigkeit fährt, hilft den Winterdienst-Teams und erhöht die Sicherheit für alle. Denn auch ohne Schnee gilt: Bodenfrost kann Straßen in kurzer Zeit tückisch glatt machen.

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