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Fr.. 30 Jan.. 2026
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Verlängert: Tim Berresheim im Suermondt-Ludwig-Museum

Die Installation „Ort. Zeit. Kontinuum“

„Ort. Zeit. Kontinuum.“ So heißt Tim Berresheims erste monumentale 360°-Grad-Wandarbeit, die er eigens für das Suermondt-Ludwig-Museum erstellt hat und dort nun noch weiterhin bis zum 13. Dezember 2026 zu sehen ist.

Durch die 3D-Brille betrachtet, entfaltet sich ein plastisches Panorama der Aachener Stadthistorie, gespickt mit Anspielungen auf die Kunstgeschichte und auf Persönliches. Da sind der Dom zu sehen, das Grashaus, die antikisierende Fassade des Theaters. Michelangelos göttlicher Fingerzeig aus der Schöpfungsgeschichte der Sixtinischen Kapelle, der den erwartungsvollen Adam zum Leben erweckt, ist als Höllensturz interpretiert: Die Hand Gottes trifft hier auf einen gefallenen Engel. Passenderweise ist sie böse tätowiert.

Ein herausragendes Motiv des Wandbildes ist die mythologische Skulptur ‚Apoll und Daphne‘ des italienischen Bildhauers Filippo Parodi (1630-1702), ein Werk aus der Sammlung des Suermondt-Ludwig-Museums. Die Skulptur ist eine so genannte figura serpentinata, eine Plastik, um die Betrachtende herumlaufen und so das Kunstwerk in Gänze erfassen können. Bildhauer seit der Renaissance wollten mit dieser „Allansichtigkeit“ ihre Überlegenheit gegenüber der zweidimensionalen Malerei demonstrieren. Berresheims immersive Skulptur vereinigt die Vorteile von Skulptur und Bild: Obwohl auf den ersten Blick „Flachware“, kann man sie, durch die 3D-Brille betrachtet, komplett umlaufen.

Die digitalen Daten für das Motiv stammen von Schülerinnen und Schülern des College vhs Aachen. Sie haben die Skulptur im Rahmen des Projektes „Aus alter Wurzel neue Kraft“ (Näheres dazu siehe unten) als Ausgangspunkt ihrer kreativen Arbeit ausgewählt und sie im Zuge dessen eingescannt.

Neben dem Scan der Skulptur sind auch andere Ergebnisse des Projektes „Aus alter Wurzel neue Kraft“ in das Wandbild eingeflossen, zum Beispiel zahllose Blätter mit Zeichnungen von Kindern der Grundschule am Fischmarkt, die geclustered durch die Szenerie flattern. Die Zeichnungen sind Ausdruck der Auseinandersetzung der Kinder mit der städtischen Umgebung, in der sie sich täglich aufhalten. Im Zuge dessen entwickelte sich auch die Comicfigur Bibbes, das Streuselbrötchen, ein (Er-)Zeugnis der kulinarischen Tradition Aachens.

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