Am Ende gab es Szenenapplaus von den Rängen. Nach den Toren von Mika Schroers (5. & 46.) und Pierre Nadjombe sah die Alemannia lange wie der hochverdiente Sieger aus, doch Rot-Weiß Essen schlug spät durch Dickson Abiama (85. & 89.) zurück. In der ersten Hälfte hatte Kaito Mizuta zwischenzeitlich für die Essener ausgeglichen (22.).
Die Alemannia begann furios. Die Schwarz-Gelben warfen sich in jeden Ball und kombinierten dennoch sehenswert nach vorne. So brachte Mika Schroers mit seinem ersten Treffer auf dem Tivoli die Fans früh zum Toben. Nach einem doppelten Doppelpass mit Lars Gindorf zog er im Strafraum wuchtig ab und ließ das Netz zappeln (5.). Auch im Anschluss blieb die Alemannia gefährlich: Ein scharf getretener Freistoß von Lukas Scepanik verfehlte das Essener Gehäuse nur knapp (19.).
Stattdessen fiel auf der anderen Seite der Ausgleich. Nach einem Einwurf von Lucas Brumme bekam die Alemannia den Ball nicht entscheidend geklärt, sodass Mizuta zum Abschluss kam. Fotios Pseftis war die Sicht verdeckt, er konnte den Einschlag nicht mehr verhindern (22.).
Die Kaiserstädter ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken und suchten sofort wieder den Weg nach vorne. Fast hätte auch Gindorf getroffen, doch nach unfreiwilliger Vorarbeit von Tobias Kraulich scheiterte er an der Fußabwehr von RWE-Keeper Felix Wienand (26.). Kurz darauf belohnte sich die Alemannia doch noch: Nach einer Balleroberung im Mittelfeld wurde Pierre Nadjombe in den Strafraum geschickt. Eigentlich wollte er in den Rückraum flanken, doch Michael Schultz fälschte den Ball so unglücklich ab, dass er an Wienand vorbei im Tor landete (35.). Bis zur Pause hatte Essen dem Aachener Dauerdruck wenig entgegenzusetzen.
Schroers trifft direkt nach Wiederanpfiff
Auch nach dem Seitenwechsel erwischten die Schwarz-Gelben den besseren Start. Die Gäste verloren unmittelbar nach dem Anstoß den Ball an Gindorf, der den Überblick behielt und Schroers bediente. Frei vor Wienand blieb er eiskalt und erzielte das dritte Aachener Tor des Tages.
In der Folge erhöhte RWE spürbar den Druck, fand jedoch keine Lücke in der Aachener Defensive. Hereingaben in den Strafraum pflückte Pseftis immer wieder sicher aus der Luft.
Ab der 60. Minute beruhigte sich die Partie etwas. Der Alemannia gelangen Entlastungsangriffe, immer wieder ließen die Kaiserstädter den Ball durch die eigenen Reihen laufen. Die beste Chance hatte erneut Gindorf, dessen Schuss von der Strafraumkante Wienand zur Ecke parierte (69.).
Abiama markiert den späten Ausgleich
In der 71. Minute brachte Rot-Weiß Essen Neuzugang Dickson Abiama. Der schnelle Stürmer sorgte sofort für Unruhe in der Aachener Hintermannschaft. Rund 15 Minuten nach seiner Einwechslung schlug er erstmals zu: Nach einem Konter zog er bis kurz vor den Strafraum und vollendete wuchtig ins linke Eck (85.).
Die Alemannia stemmte sich mit aller Kraft gegen den drohenden Ausgleich. Ein umstrittener Freistoßpfiff leitete schließlich jedoch genau diesen ein. Die Schwarz-Gelben bekamen den Ball nicht entscheidend geklärt, sodass Abiama erneut zur Stelle war und zum 3:3 traf (89.). In der achtminütigen Nachspielzeit wurde es vor beiden Toren nicht mehr gefährlich.
So stand am Ende ein 3:3 auf der Anzeigetafel, nachdem die Alemannia lange wie der sichere Sieger gewirkt hatte. Dennoch nehmen die Kaiserstädter einen weiteren wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt mit. Am kommenden Sonntag wartet das Duell mit Konkurrent SSV Ulm.

