Unter realitätsnahen Bedingungen fand vor kurzem erstmals ein „Trauma-Tag“ der Feuerwehr Herzogenrath statt. Den gesamten Tag standen für die Teilnehmenden die Versorgung verletzter Personen, die technische Rettung sowie insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst im Mittelpunkt.
Organisiert wurde der Ausbildungstag durch das Sachgebiet Ausbildung der Feuerwehr Herzogenrath gemeinsam mit zwei engagierten Praxisanleitenden. Ziel war es, medizinische und technische Ausbildungsinhalte miteinander zu verbinden und die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Einsatzkräften anhand anspruchsvoller Übungsszenarien zu trainieren.
Breites Teilnehmerfeld aus Feuerwehr und Rettungsdienst
Am Trauma-Tag nahmen Einsatzkräfte und Auszubildende aus unterschiedlichen Bereichen der Feuerwehr Herzogenrath teil. Hierzu gehörten ehrenamtliche und hauptamtliche Feuerwehrkräfte, Auszubildende zur Notfallsanitäterin bzw. zum Notfallsanitäter aus allen Ausbildungsjahrgängen, Brandmeisteranwärterinnen und -anwärter aus beiden Ausbildungsjahrgängen sowie Beschäftigte des Rettungsdienstes der Feuerwehr Herzogenrath.
Durch die gemeinsame Teilnahme der verschiedenen Bereiche und Ausbildungsjahrgänge bot der Trauma-Tag die Möglichkeit, nicht nur die jeweiligen fachlichen Fähigkeiten zu trainieren, sondern auch die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst praxisnah zu vertiefen.
Fachliche Impulse und Stationsausbildung
Bevor die Teilnehmenden in die verschiedenen Einsatzübungen starteten, wurden zunächst fachliche Impulse rund um das Thema Trauma vermittelt. Ergänzt wurden diese durch eine umfangreiche Stationsausbildung.
An mehreren Stationen konnten die Einsatzkräfte ihre praktischen Fähigkeiten unter anderem in den Bereichen Blutungskontrolle, Kinder- und Erwachsenenreanimation sowie Immobilisation trainieren und vertiefen. Darüber hinaus wurden weitere medizinische Themen behandelt. Die Organisation und Durchführung der Stationsausbildung übernahmen die Auszubildenden zur Notfallsanitäterin bzw. zum Notfallsanitäter.
Realitätsnahe und anspruchsvolle Einsatzlagen
Im weiteren Tagesverlauf mussten die Teilnehmenden ihr Wissen in realitätsnah gestalteten Einsatzszenarien praktisch anwenden. Um die Übungssituationen und Verletzungsmuster möglichst authentisch darzustellen, wurden die Verletztendarstellenden durch eine Kollegin aus dem Rettungsdienst aufwendig und realitätsnah geschminkt. Die professionelle Unfalldarstellung sorgte dafür, dass sich die Einsatzkräfte mit möglichst wirklichkeitsnahen Verletzungsbildern auseinandersetzen und die zuvor vermittelten Maßnahmen unter praxisnahen Bedingungen anwenden konnten.
Bei der ersten Lage wurde ein Arbeitsunfall auf einem Flachdach mit mehreren verletzten Personen dargestellt. Eine Person war unter einem Bauteil eingeklemmt. Eine zusätzliche Herausforderung stellten die örtlichen Gegebenheiten dar, durch die sowohl der Zugang zu den verletzten Personen als auch deren anschließende Rettung erschwert wurden.
Das zweite Szenario stellte einen Verkehrsunfall an einer Bushaltestelle mit mehreren verletzten Personen dar. Aufgrund der hohen Zahl an Patientinnen und Patienten mussten die Einsatzkräfte zunächst eine Sichtung der Betroffenen vornehmen und entsprechende Prioritäten bei der Versorgung setzen. Im weiteren Verlauf wurde bei einer Person eine Reanimation eingeleitet. Gleichzeitig musste eine weitere Person mithilfe von hydraulischem Rettungsgerät aus einem Fahrzeug befreit werden. Eine leicht verletzte Person wurde ebenfalls medizinisch versorgt.
Umfangreiche Übungsmittel und Einsatzfahrzeuge
Um die Übungslagen möglichst realitätsnah darstellen zu können, wurde der Ausbildungstag durch verschiedene Fahrzeuge und Übungsmittel unterstützt.
Durch die StädteRegion Aachen wurden zwei Krankentransportwagen (KTW) zur Verfügung gestellt, die im Rahmen der Übung mehrere Rettungswagen darstellten. Die Ausbildungsabteilung der Feuerwehr stellte zudem ein Schrottfahrzeug für die technische Rettung zur Verfügung.
Seitens der Feuerwehr kamen außerdem die Drehleiter des Löschzuges Kohlscheid, das 01-LF20-01 sowie das 01-WLF26-02 mit dem Abrollbehälter Technische Rettung zum Einsatz.
Positive Bilanz nach erstmaliger Durchführung
In der gemeinsamen Abschlussrunde zogen die Teilnehmenden ein positives Fazit. Der erstmalig durchgeführte Trauma-Tag wurde als sehr lehrreich und interessant bewertet.
Neben der Vertiefung medizinischer und technischer Fähigkeiten zeigte der Ausbildungstag insbesondere, wie wichtig abgestimmte Abläufe und eine enge Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst bei komplexen Einsatzlagen sind. Nach Rückmeldung der Teilnehmenden konnte durch die gemeinsame Ausbildung auch die Zusammenarbeit zwischen beiden Bereichen weiter verbessert werden.
Damit bildete der Trauma-Tag einen abwechslungsreichen und praxisnahen Ausbildungstag, bei dem medizinische Versorgung, technische Rettung und bereichsübergreifende Zusammenarbeit wirkungsvoll miteinander verbunden wurden. Ein weiterer Trauma-Tag ist für 2027 bereits in Planung.

