Freitag, 18. September 2026 um 19.30 Uhr
Der Granatapfel – ob der Granatapfel weiß, dass er anders heißt –
„Wir müssen etwas übersehen haben in der alltäglichen Ordnung der Dinge. Heimlich wurden die Schränke verrückt, die Stühle umgestellt.“
Die Inszenierung befasst sich mit dem Gefühl der Ungewissheit in einer fremd gewordenen Welt. Wir haben Begriffe gefunden und Ordnungen festgelegt und fragen uns, ob sie heute noch gültig sind.
Eine Figur durchschreitet diese unsichere Welt: Räume aus grobem Filz – Stoff organischer Verflechtungen. Sie sucht darin tastend Halt zwischen Verlorengegangenem und neu Entstehendem.
Der Filz bäumt sich auf. Wie weit werden wir gehen? Wie weit sind wir bereits gegangen? – und wohin wollen wir? Vielleicht müssen wir dem elementaren Leben, den Dingen um uns herum genauer zuhören. Was flüstern sie uns zu? Aus dem Filz springt ein Kobold, der das Geheimnis wohl kennt, es aber nicht ohne weiteres preisgeben will – er schiebt nur einen Granatapfel ins Bild.
Figuren, Materialien und Dinge in einem gemeinsamen Bewegungsfluss mit der Spielerin begeben sich auf die Suche nach einem Heute, der Realität wie Utopien – geführt und begleitet von der intensiven Musik Stefan Mertins.
Anregungen für die bildhaften Metapher der Inszenierung, sowie die wenigen eingesprochenen Textpassagen gaben Gedichte der Lyrikerin Inger Christensen wie des Lyrikers Tomasz Rózycki.
für Erwachsene
Dauer: ca. 60min
Spiel & Figuren: Mirjam Hesse
Regie: Enno Podehl
Musik: Stefan Mertin
Kostüm: Jennifer Podehl
Fotos: Klaus G. Kohn
Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR, sowie von der Stadt Braunschweig Fachbereich Kultur.
Stimmen aus dem Publikum:
„Das Theater Miamou war in meiner Zeit als künstlerische Leiterin im Theater Fadenschein Braunschweig als Gasttheater immer wieder ein künstlerisches Highlight. Die kongeniale Verschmelzung von Bildhaftigkeit, körperlicher Präsenz, Musikalität, philosophischer Tiefe und nicht zuletzt feinsinnigem Figurenspiel findet in dem „Granatapfel“ einen erneuten Höhepunkt!“ (Hanne Scharnhorst)
„Ein wunderbares Stück Theater, eine seltene Perle. Es lebt von und durch ganz unterschiedliche Figuren und deren eigenen Bewegungsqualitäten. Und von der Musik, die dem Stück überhaupt erst den Rhythmus gibt und den Zuschauer mitträgt. Mehr assoziative Ästhetik als dramaturgische Logik hält das Stück zusammen. Man muss es nicht verstehen, nur auf sich wirken lassen.
Die Figurenspielerin und die Figuren werden eins, manchmal unklar wer jetzt wen bewegt, das bringt eine zum Staunen.“
„Ein poetisches Kleinod“
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Samstag, 19. September 2026 um 15 Uhr
„Nachtigall“ – Nach einem Märchen von Hans Christian Andersen
Der Kaiser besitzt alles. Was aber ist mit der Nachtigall, die alle Welt kennt, nur niemand bei Hofe – außer dem kleinen Küchenmädchen. Sie hört sie jeden Abend auf dem Weg nach Hause in den Wäldern. Der Kaiser lässt die Nachtigall in das Schloss bringen.
Alle am Hof sind erstaunt über den kleinen grauen Vogel, der so wunderschön singen kann. Als der Kaiser jedoch einen Kunstvogel geschenkt bekommt, der herrlich glänzt und glitzert, ist die Nachtigall vergessen. Nur das kleine Küchenmädchen hält noch am Fenster nach ihr Ausschau – erst Recht als der Kaiser krank wird und niemand da ist, der ihm helfen kann.
Eine Geschichte über das Draußen und Drinnen und die Freiheit dazwischen.
für alle ab 5 Jahren
Dauer: ca. 50min
Szenographie und Spiel: Mirjam Hesse
Regie: Enno Podehl
»Das in seiner Aussage erstaunlich aktuelle Märchen hat Mirjam Hesse in ihrer Inszenierung ganz wunderbar mit Leben erfüllt. […] Die Kinder im Publikum verfolgen die Vorstellung atemlos gespannt, die Erwachsenen sind nicht weniger fasziniert – gerade auch von der Verwandlungsfähigkeit der Dinge. Was eben noch ein Buch war, wird zum Palast oder bildet den Rahmen für den Vogelkäfig – die Geschichte wächst so förmlich aus Büchern heraus!«
(Rosie Kühne, Berlinreporter, 12.10.2012)
Eine Neuentdeckung des diesjährigen Festivals war das Theater Miamou, Berlin, mit ‚Die Nachtigall‘. Mirjam Hesse entwickelte unter der Regie von Enno Podehl poetische, schöne Bilder (…). Ein ruhiges Erzähltempo, die tänzerisch Anmutenden Bewegungen der Spielerin und überraschende Einfälle zauberten einen Spannungsbogen, der das Publikum (…) fast eine Stunde in Atem hielt.
(Astrid Fülbier, Puppen, Menschen und Objekte, 2013/2; 109)

