Alemannia Aachen zeigt nach der Heimniederlage gegen den SV Meppen in der Vorwoche die richtige Reaktion und bezwingt den FC Ingolstadt mit 3:0. Die Alemannia profitierte früh in der Partie von einem Platzverweis für Elias Decker (4.) und spielte sich in den folgenden Minuten mit Toren von Lukas Scepanik (6), Mika Schroers (8), und Louis Köster (11.) in einen Rausch.
Drei Tage nach dem Ende des Transferfensters stand für Alemannia Aachen das Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt an. Der am sogenannten Deadline Day fest verpflichtete Jonas Oehmichen wurde direkt von Cheftrainer Mersad Selimbegovic in die Startelf berufen – neben ihm rückten Gideon Jung, Mehdi Loune und Louis Köster in die Anfangsformation. Und Oehmichen sollte in diesen ersten Minuten, in denen der Alemannia gefühlt alles zu gelingen schien, für Aufregung sorgen.
Zunächst starteten die Hausherren aber besser in die Partie. Die großgewachsenen und für ihre Standardstärke bekannten Ingolstädter erkämpften sich früh in der Partie einen Einwurf direkt neben dem Sechzehner sowie kurze Zeit später einen Freistoß in bester Position zentral vor dem Strafraum. Fredrik Carlsen trat an, schoss frech unter der Mauer durch, scheiterte aber am hellwachen Torhüter Stefan Bajic (4.). Direkt in der Folge wurde Jonas Oehmichen steil auf die Reise geschickt und auf der gegenüberliegenden Seite des Spielfeldes vor dem Strafraum des FCI von Elias Decker als letztem Mann zu Fall gebracht. Schiedsrichter Florian Lechner zögerte keine Sekunde und entschied auf Notbremse und damit folgerichtig auf die Rote Karte für Decker (4.). Die Alemannia sollte nun über 80 Minuten in Überzahl spielen, hatte aber noch einen Freistoß aus aussichtsreicher Position auszuführen. Lukas Scepanik nahm sich diesem an, zirkelte den Ball mit viel Effet über die Mauer hinweg und traf sehenswert zur frühen Aachener Führung (6.).
Verrückte Minuten im Audi Sportpark
Die Alemannia spielte sich nun in einen Rausch und nutzte die Unterzahl und die daraus resultierende Unordnung der Hausherren gnadenlos aus. Nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte ging es über Joel da Silva Kiala, Gideon Jung, Loune und Oehmichen schnell in die Hälfte des FCI. Vor dem Sechzehner steckte der Neuzugang aus Dresden durch für Mika Schroers, der aus halbrechter Position innerhalb des Sechzehner, flach unten rechts vollendete – das 2:0 (8.). Die Kaiserstädter dachten gar nicht daran, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen und so kam wieder Scepanik zum Abschluss, der mit dem Rücken zum Tor, zum Fallrückzieher ansetzte, den Ball dann aber doch deutlich über die Latte schoss (10.).
Nur eine Minute später folgte schlussendlich der dritte Streich. Vom eigenem Strafraum aus kombinierte sich die Alemannia schnell und direkt durchs Zentrum. Mehdi Loune schickte schließlich Köster per Steilpass auf die Reise. Das Zuspiel geriet ein wenig zu lang. David Klein, der Torhüter des FCI, zögerte allerdings beim Herauslaufen aus dem Tor und konnte den Ball nicht fest. Über Umwege kam Köster somit doch noch an das Spielgerät und musste nur noch ins verwaiste Tor einschieben (11.).
Die Alemannia lässt den Ball laufen
Nach gut 25 Minuten bat Schiedsrichter Lechner beide Mannschaften an den Seitenrand für eine Trinkpause. Die Schanzer nutzten diese, um sich neu einzustellen, mit einem Mann mehr auf dem Platz behielt die Alemannia aber die Kontrolle über das Spiel. Immer wieder ließen die Kaiserstädter den Ball schnell durch die Mitte laufen, um anschließend nach mehreren Anspielstationen den Abschluss zu suchen.
Die größte Chance vor der Pause hatte schlussendlich Oehmichen. Nach einem hohen Ballgewinn von Köster machte sich der Offensivspieler auf den Weg Richtung Sechzehner und bediente dort die mitgeeilte Nummer 44. Oehmichen schlug rechts im Sechzehner einen Haken, ließ damit seinen Gegenspieler ins Leere laufen und erarbeitete sich eine bessere Position für den Abschluss. Sein Schuss sorgte aber nicht für das 4:0, sondern sauste knapp am linken Pfosten vorbei (39.).
Kaiserstädter bestimmen das Spielgeschehen im 2. Durchgang
Nach der Pause veränderte sich das Spielgeschehen kaum. Die Alemannia ließ den Ball gut durch die eigenen Reihen laufen, verwaltete das Spiel nun aber zunehmends. Der FC Ingolstadt stand dagegen in zwei Reihen eng vor dem eigenen Strafraum und war bemüht, weitere Gegentore zu verhindern. Schussgelegenheiten von Matti Wagner (60.) oder Scepanik (78.) konnten die Abwehrspieler der Schanzer blocken.
Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt längst entschieden und der Abpfiff rückte immer näher. Die letzte Chance der Partie gehörte – ähnlich wie die erste – Lukas Scepanik. Der Schienenspieler zog aus der zweiten Reihe ab und sein Schuss verpasste nur knapp den langen Pfosten (88.). Es war der letzte Aufreger einer Partie, welche die Alemannia in Überzahl nach Belieben bestimmte und einen ungefährdeten wie souveränen Auswärtssieg einfahren konnte.

