Alemannia Aachen eröffnet am Freitagabend mit der Partie beim SSV Jahn Regensburg den 34. Spieltag der 3. Liga. Für Cheftrainer Mersad Selimbegovic ist es dabei eine Rückkehr an eine für ihn besondere alte Wirkungsstätte. Anpfiff im Jahnstadion ist um 19:00 Uhr.
Nach der Englischen Woche hatte die Mannschaft einige Tage Zeit, um durchzuatmen und Kräfte zu sammeln. Am Donnerstag machte sich die Alemannia schließlich auf den Weg nach Bayern. Zuvor gab Selimbegovic intern die Marschroute für die verbleibenden fünf Ligaspiele vor. Öffentlich wollte er diese nicht konkretisieren – klar ist jedoch: Nach dem bereits gesicherten Klassenerhalt und dem Erreichen der 50-Punkte-Marke soll die starke Saison konsequent zu Ende gespielt werden.
Die Form der Kaiserstädter stimmt vor dem Schlussspurt auf jeden Fall: Sechs der letzten sieben Spiele entschied die Alemannia für sich. Dabei überzeugen die Schwarz-Gelben nicht nur mit Ergebnissen, sondern auch mit ansehnlichem Fußball. Dennoch sieht Selimbegovic weiteres Potenzial: „Ich genieße unser Spiel, aber ich will das Maximum. Wir haben die Qualität, Spiele früher zu entscheiden. Genau das spreche ich auch klar an.“
Ein wichtiger Bestandteil sei dabei die Analyse: „In der Nachbereitung sehen wir, was die Mannschaft bereits sehr gut macht – aber vor allem auch die Szenen, in denen wir uns noch verbessern können.“
Lob für Castelle – Fokus auf Regensburg
Vor dem Spiel durfte sich zudem Niklas Castelle über ein Sonderlob freuen. Der Stürmer zeigte gegen den VfB Stuttgart II eine starke Leistung und erzielte sein zweites Saisontor. „Niklas ist sehr professionell und fleißig. Er kann jeder Mannschaft helfen. Es freut mich sehr für ihn, dass er sich zuletzt belohnen konnte und man hat auch gesehen, wie sehr sich die Mannschaft für ihn gefreut hat“, erklärt Selimbegovic.
Nun wartet mit dem SSV Jahn Regensburg die nächste Herausforderung. Die Donaustädter stehen aktuell mit 43 Punkten auf Rang zwölf. Der Klassenerhalt ist rechnerisch zwar noch nicht fix, dürfte angesichts des komfortablen Vorsprungs aber nur noch Formsache sein. Für die Alemannia geht es darum, die eigene Serie fortzusetzen – und das Erreichen des Klassenerhalts für den SSV ein wenig nach hinten zu schieben.
Rückkehr mit Emotionen
Für Selimbegovic persönlich wird die Partie eine besondere sein: „Ich habe in Regensburg 17 Jahre verbracht und dort so ziemlich alles erlebt – gute wie schwierige Zeiten. Natürlich wird das emotional und ich freue mich darauf, viele bekannte Gesichter wiederzusehen.“
Trotz der tabellarischen Ausgangslage sieht der Aachener Trainer zudem keinen Spannungsabfall: „Es geht immer um etwas. Ich mache mir selbst Druck und den gebe ich auch an die Mannschaft weiter. Jedes Spiel bringt Verantwortung mit sich und wir wollen weiter punkten.“
Intensives Duell erwartet
Vor dem Gegner warnt Selimbegovic dagegen eindringlich: „Regensburg ist eine sehr intensive Mannschaft mit klaren Abläufen, vor allem gegen den Ball. Sie haben viel Qualität im Kader, viele Spieler mit Zweitliga-Erfahrung, sind flexibel, haben Tempo auf den Außen und vorne viel Wucht.“
Besonders aufmerksam müsse man im Umschaltspiel sein: „Mit wenigen Aktionen können sie gefährlich werden. Spieler wie Hottmann können Bälle festmachen, und Eichinger ist ein herausragender Fußballer. Mit Christian Kühlwetter haben sie dazu einen sehr erfahrenen Kapitän. Wir müssen einen klaren Plan haben, fokussiert bleiben und dürfen nicht zu gierig werden. Ich erwarte ein intensives Spiel, vielleicht auch einen offenen Schlagabtausch. Wir wollen wieder alles investieren und im besten Fall gemeinsam mit unseren Fans den nächsten Erfolg feiern.“
Personal und Rahmenbedingungen
Petros Bagkalianis ist nach seiner Auswechslung gegen Stuttgart wieder fit, zudem kehrt Pierre Nadjonmbe nach abgesessener Gelbsperre in den Kader zurück. Manuel Riemann hingegen hat weiterhin Knieprobleme und wird nicht im Aufgebot stehen. Auch Gideon Jung fällt aus, nachdem er sich im Spiel gegen Saarbrücken einen Cut am Schienbein zugezogen hat. Bei Florian Heister soll nach muskulären Problemen im Training kein Risiko eingegangen werden, weshalb er wohl nicht mit dabei sein wird.
Rund 1000 Fans werden die Alemannia nach Regensburg belgeiten und die Mannschaft unterstützen. Wer nicht im Jahnstadion dabei sein kann, hat wie gewohnt mehrere Möglichkeiten, die Partie live zu verfolgen: über den Alemannia-Liveticker, den 100,5 Alemannia-Livestream oder bei MagentaSport.
Ein Blick auf die bisherige Bilanz spricht für Schwarz-Gelb. In bislang drei Ligaduellen mit dem SSV Jahn Regensburg konnte die Alemannia zwei Siege einfahren, eine Partie ging verloren.
Geleitet wird die Begegnung von Schiedsrichter Richard Hempel. In der vergangenen Saison pfiff er bereits das 1:1 der Kaiserstädter gegen Arminia Bielefeld. Ihm assistieren Tobias Schultes und Tim Kohnert. Als vierter Offizieller ist Johannes Wagner im Einsatz.

