- Der Tag der Archive zum Thema „Alte Heimat, neue Heimat“ findet am 7. März in der Erholungs-Gesellschaft Aachen statt.
- Archive stellen sich, ihre Arbeit und ausgewählte Archivalien zum Thema vor. Ziel ist es, Archive erlebbar zu machen und in den Austausch zu kommen.
- Führungen durch das Stadtpalais der Erholungs-Gesellschaft sind Teil des Programms. Um 14.30 Uhr wird der Aachener Dokumentarfilm „Promenadenmischung“ gezeigt.
„Alte Heimat, neue Heimat“ – so lautet das Motto des diesjährigen Tags der Archive. Auch in Aachen präsentieren das Stadtarchiv Aachen, das Archiv der Erholungs-Gesellschaft, das Bischöfliche Diözesanarchiv sowie die Archive der RWTH und das Haus des Grenzlandkarnevals am Samstag, 7. März, Archivalien in den Räumen der Erholungs-Gesellschaft.
Archive erlebbar machen
„Der Tag der Archive ist immer eine schöner Anlass, die Häuser zu öffnen, Archive erlebbar zu machen und auch ins Gespräch zu kommen: Was können Archive leisten, was sind die Dienstleistungen, die wir anbieten“, sagt Dr. René Rohrkamp, Leiter des Aachener Stadtarchives. „Die verschiedenen Institutionen schauen, was sie zum Oberthema an Schätzen im Bestand haben. Manche Dinge liegen auf der Hand, für andere muss man etwas um die Ecke denken. Das ist immer eine spannende Ausgangslage. Und es freut mich, dass dadurch auch neue Akteure dazustoßen und wir gemeinsam an einem Ort die verschiedenen Institutionen vorstellen.“ Gezeigt werden beim Aktionstag eine facettenreiche Bandbreite von Büchern, Plakaten, Fotos, digitalen Dokumenten, Bewegtbildern – und auch ganz haptisch: Karnevalsorden.
Was bedeutet Heimat?
Der Heimatbegriff ist seit einigen Jahren wieder im Trend, nachdem er lange Jahre eher als eine veraltete Begrifflichkeit verstanden und assoziiert wurde. Eine Heimat kann Sicherheit, Identität und Orientierung geben. Staatenwechsel, Grenzverschiebungen und Migration sind eng mit dem Thema Heimat verknüpft. „Bei Heimat kann man über das eigene Zuhause, über Migration, über Zerstörung und Wiederaufbau, Umzüge von Institutionen nachdenken. Er kann aber auch ganz anders verstanden und interpretiert werden: Gebäude können eine Heimat bieten, aber auch soziale Gruppen wie religiöse Gemeinden, Vereine, Freundeskreise“, sagt Rohrkamp.
Die beteiligten Gedächtnisinstitutionen zeigen an ihren Ständen jeweils eine Auswahl von Dokumenten zu den verschiedenen Aspekten von alten und neuen Heimaten und stellen ihre Arbeit vor.
Die RWTH Aachen hat das Thema wörtlich genommen. „Wir sind historisch seit dem Bestehen der Hochschule international aufgestellt. Wo kommen die Studierenden und Dozierenden her? Wie hat sich das im Laufe der Zeit auch verändert? Diesen Fragen sind wir nachgegangen“, erklärt Dr. Hendrik Friggemann vom Hochschularchiv der RWTH Aachen.
Der Begriff wird vom Bischöflichen Diözesanarchiv Aachen auch in mehrfacher Hinsicht mit der Kirche als Heimat aufgegriffen: „Einerseits nehmen wir das Kirchengebäude als solches, das im Laufe der Zeit einer riesigen Wandlung ausgesetzt ist. Andererseits beschäftigen wir uns mit den Migrationspastoralen. Wie haben sie sich entwickelt – von den Gastarbeitern in den fünfziger Jahren bis zu bestehenden muttersprachlichen Gemeinden heute“., sagt Archivleiterin Dr. Beate Fleck.
Führungen durch das Stadtpalais der Erholungs-Gesellschaft
Die Gastgeberin, die Erholungs-Gesellschaft Aachen, ist mit ihrem Archiv noch im Aufbau. „Wir haben keinen großen Bestand im Vergleich zu den großen Archiven, aber einen besonderen Teil Aachener Geschichte, einen Blick in die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts bis heute“, sagt Dr. Peter Droste vom Archiv der Erholungs-Gesellschaft. Von der Gründungsurkunde über Mitgliederverzeichnisse bis zu alten Weinkarten und Fotos – die trotz der großen Zerstörung des Ursprungshauses überlebt haben.
Im einmaligen Ambiente des Stadtpalais können die Besucherinnen und Besucher die Stände der Archive erkunden. Und auch Führungen durch die weiteren Räumlichkeiten der Erholungs-Gesellschaft werden angeboten. Eine schöne Gelegenheit, sich das Stadtpalais auch als Nicht-Mitglied einmal in Ruhe anzusehen – vom Ballsaal über den Weinkeller bis zur Kegelbahn.
Dokumentarfilm „Promenadenmischung“ mit Einführung und Nachgespräch
Als besonderes Highlight des Aktionstages wird um 14.30 Uhr der Dokumentarfilm „Promenadenmischung“ von Markus Belde und Axel Schumann gezeigt. Der 1998 entstandene Film porträtiert das Leben in der Aachener Promenadenstraße, den Alltag in den Kneipen, die Menschen, die dort arbeiten oder ein- und ausgehen. Die Promenadenstraße stellt für viele der Protagnoisten eine Ersatzfamilie und eine Art Heimat dar. Markus Belde wird eine Einführung zum Film geben und im Nachgang gerne in einer Gesprächsrunde mit den Besucherinnen und Besuchern in den Austausch treten.
Die beteiligten Institutionen freuen sich auf viele Interessierte, die die Arbeit der Archive kennenlernen und etwas über die Historie und den Begriff Heimat in unserer Region lernen möchten. Der Tag der Archive dient als Möglichkeit, Hemmschwellen abzubauen und zu zeigen, dass Archive nicht nur Bewahrer sind sondern auch Orte des Austausches.
Termin: Samstag, 7. März 2026, 12 Uhr
Filmvorführung: 14.30 Uhr
Ort: Erholungs-Gesellschaft Aachen, Reihstraße 13, 52062 Aachen
Der Eintrit ist frei.

