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Mario Draghi ist designierter Karlspreisträger 2026

„Ich blicke optimistischer als noch vor ein paar Jahren in die Zukunft Europas“  

Mit einem offiziellen Antragungsbesuch in Rom wurde die Entscheidung zur Verleihung des Karlspreises 2026 an Professor Mario Draghi nun offiziell angetragen. Eine Aachener Delegation, geleitet von Armin Laschet MdB, Vorsitzender des Karlspreisdirektoriums, und Dr. Michael Ziemons, Oberbürgermeister der Stadt Aachen, traf in der Residenz des deutschen Botschafters in Italien, Dr. Thomas Bagger, auf den designierten Preisträger und sprach über die jüngsten strategischen Entwicklungen in der europäischen Wirtschafts- und Industriepolitik.

Draghi zeigte sich angesichts der Antragung des Preises geehrt und unterstrich den Wert gemeinsamer europäischer Anstrengungen: „Ich blicke optimistischer als noch vor ein paar Jahren in die Zukunft, weil wir jetzt alle verstehen, dass wir hart für die Zukunft Europas arbeiten müssen. Es ist wenig realistisch anzunehmen, dass stets alle 27 Mitgliedstaaten in allen Fragen – insbesondere in der Außen- und Sicherheitspolitik – im Gleichschritt vorangehen. Das bedeutet jedoch keineswegs eine Verzögerung des europäischen Projekts. Im Gegenteil: Europa entwickelt sich weiter. Wenn eine kleinere Gruppe vorangeht und überzeugende Lösungen schafft, entsteht Anziehungskraft – andere schließen sich an. Der Euro ist ein solches Beispiel. Gerade in dieser Phase europäischer Entwicklung erfüllt es mich daher mit besonderem Stolz, diese Auszeichnung entgegenzunehmen.“

Mit Blick auf die historische Dimension des Karlspreises verwiesen die Anwesenden auf Alcide De Gasperi, Karlspreisträger des Jahres 1952. „Jetzt ist die Zeit, alle Unterschiede zu überwinden. Als Alcide De Gasperi 1952 den Karlspreis erhielt, war die Asche des Krieges noch nicht erkaltet – und dennoch hatte er den Mut, über den Augenblick hinaus eine gemeinsame Zukunft zu denken. Wir sind heute aufgerufen, dasselbe zu tun,” so Draghi.

Laschet hob Draghis europapolitische Rolle hervor: „Mario Draghi ist jemand, der Europa jetzt in diesem Wettbewerb mit den USA, Russland und China starkmachen kann. Die Souveränität Europas ist und war ihm immer ein Herzensanliegen.“

Begründung für die Auszeichnung

Das Karlspreisdirektorium und die Stadt Aachen sehen in der Auszeichnung von Mario Draghi ein starkes Signal für ein handlungsfähiges, souveränes und zukunftsorientiertes Europa. Draghis Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit Europas wird als Weckruf und konkreter Fahrplan für Reformen gewürdigt, der Innovation, Investitionen, die industrielle Basis und die strategische Souveränität Europas stärkt. Vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Spannungen setzt er neue Maßstäbe für die politische und wirtschaftliche Debatte in der EU.

„Uns ist es wichtig, aus Aachen heraus Impulse für die Zukunft von Europa zu setzen“, sagte Oberbürgermeister Michael Ziemons. „Das Gespräch in Rom mit Mario Draghi hat noch einmal gezeigt, dass er nicht nur in der Vergangenheit große Verdienste erworben hat. Er ist jemand, der eine klare Vision für die Zukunft von Europa hat. Wir sind uns sicher, dass diese Ideen jetzt umgesetzt werden müssen. Das ist der Appell, den wir aus Aachen an die Entscheiderinnen und Entscheider in Europa senden: Setzt euch mit dem Draghi-Report auseinander und sorgt für eine Zukunft, für ein souveränes, für ein wirtschaftlich starkes, für einen unabhängiges Europa.“

Feierliche Verleihung an Christi Himmelfahrt in Aachen

Die feierliche Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen 2026 an Mario Draghi findet traditionell am Christi Himmelfahrtstag, am 14. Mai 2026, im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt. Erwartet werden zahlreiche hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter europäischer Institutionen.

Über den Internationalen Karlspreis zu Aachen

Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als einer der bedeutendsten europäischen Preise. Er wird seit 1950 an Personen und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Im letzten Jahr erhielt die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, den Karlspreis. Mario Draghi ist in der 76-jährigen Geschichte des Karlspreises der sechste italienische Preisträger.

Seit 2025 vergibt der Internationale Karlspreis zu Aachen jährlich ein Projektpreisgeld von einer Million Euro an gemeinnützige pro-europäische Initiativen. Die Förderung – ermöglicht durch die gemeinnützige Stiftung der Aachener Bürger und Unternehmer Dr. Ing. Eckhard Schulz und Dr. rer. nat. Stefanie Schäfer-Schulz – erfolgt auf Vorschlag der jeweiligen Karlspreisträgerinnen und -träger. Ziel ist es, proeuropäisches Engagement zu stärken, gemeinsame Werte zu betonen und die europäische Idee über Aachen hinaus sichtbar zu machen, indem neue wie bereits laufende Projekte europaweit wirksam unterstützt werden.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.karlspreis.de und www.aachen.de/karlspreis

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