Herzogenrath verfolgt seit vielen Jahren das Ziel, allen Kindern und Jugendlichen bestmögliche Entwicklungs- und Teilhabechancen zu eröffnen. Um diesen Weg konsequent weiterzugehen, soll nach dem gestrigen positiven Votum des Jugendhilfeausschusses im Jahr 2026 eine Lenkungsgruppe zur Weiterentwicklung einer kommunalen Präventionskette eingerichtet werden. Sie soll bestehende erfolgreiche Maßnahmen bündeln, strategisch weiterentwickeln und gezielt ausbauen.
Grundlage sind die landesweiten kommunalen Präventionsketten im Rahmen des Programms „kinderstark – NRW schafft Chancen“. Sie setzen auf eine enge Vernetzung von Jugendhilfe, Schulen, Gesundheitswesen, sozialen Diensten und weiteren Akteuren, um Kinderarmut vorzubeugen, Schutz zu stärken und gelingendes Aufwachsen von der frühen Kindheit bis zum Übergang in Ausbildung und Beruf zu fördern.
In Herzogenrath existieren bereits zahlreiche bewährte Angebote entlang dieser Präventionskette. Dazu zählt unter anderem das sogenannte „Geheimtraining“, ein ganzheitlicher Präventionskurs für Kinder und Jugendliche, der Körperbewusstsein, Selbstwertgefühl und Selbstbehauptung stärkt und Mobbing entgegenwirkt. Ebenso hat sich das Herzogenrather Familien-Navi als zentrales Online-Informationsportal für Familien etabliert und wird 2026 gemeinsam mit den Kommunen der Städteregion weiterentwickelt und beworben.
Große Akzeptanz erfährt auch der Babybesuchsdienst, bei dem Familien mit Neugeborenen frühzeitig informiert und unterstützt werden. Ergänzt wird dies durch Projekte wie die Aktion „Vor dem Anfang starten“, welche Schülerinnen und Schüler frühzeitig an Themen wie Verantwortung, Erziehungskompetenz und Lebensplanung heranführt. Enge Kooperationen zwischen Jugendhilfe, Schulen und dem Bereich Kinderschutz sind dabei ein tragender Pfeiler der Präventionsarbeit.
Die geplante Lenkungsgruppe soll diese Angebote systematisch weiterdenken. Unter Federführung des Jugendamtes werden Leitungskräfte aus Verwaltung, freien Trägern, Bildung, Gesundheit und Politik zusammenarbeiten. Ziel ist es, vorhandene Strukturen zu analysieren, Handlungsbedarfe zu erkennen und konkrete Feinziele für die Präventionskette zu formulieren. Zudem sollen die Mitglieder als Multiplikatoren wirken und die Umsetzung neuer Ansätze begleiten. Als nächster Schritt ist die Verständigung auf die Ziele und eine gemeinsame Haltung zu den Präventionsangeboten vorgesehen. Anschließend erfolgt die Erarbeitung einer Geschäftsordnung. Im Herbst 2026 soll die Herzogenrather Präventionskette im Rahmen einer Auftaktveranstaltung vorgestellt werden.

